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Neuorientierung - In welchem Beruf kann ich jetzt arbeiten?

blauer Balken mit Treppe und Pfeil nach oben

Wer nach Krankheit oder Unfall nicht mehr in seinen alten Beruf zurück kann, muss sich beruflich neu orientieren, um wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Die deutsche Gesetzgebung hat mit der beruflichen Rehabilitation eine Möglichkeit zur Rückkehr ins Arbeitsleben geschaffen.

Der Weg in die berufliche Reha führt über den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, kurz LTA. Bevor Sie den LTA-Antrag stellen, sollten Sie sich zunächst einmal überlegen, in welchem Beruf Sie in Zukunft wieder dauerhaft arbeiten möchten. Lassen Sie sich beraten!

Wie geht es nun weiter?

Der Weg zurück ins Arbeitsleben kann bei jedem Menschen mit Behinderungen unterschiedlich verlaufen.

In welche berufliche Richtung es gehen soll und welche Bildungsmaßnahmen am besten geeignet sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • dem Berufswunsch
  • der bisherigen Tätigkeit
  • der Art der Behinderung
  • der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • den Anforderungen im neuen Beruf
  • der Lage und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Um herauszufinden, welche Möglichkeiten für Sie in Frage kommen, um wieder dauerhaft in das Arbeitsleben zurückzukehren, sollten Sie sich unbedingt beraten lassen.

Vorbereitung auf das Beratungsgespräch

Bevor Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren, ist es sinnvoll, sich auf dieses Gespräch vorzubereiten. Sie sollten sich darüber klar werden, welche beruflichen Interessen und Fähigkeiten Sie besitzen und über welche gesundheitlichen Einschränkungen Sie verfügen. Je nach Art oder Schwere der Behinderung kommt für Sie vielleicht nicht jeder Beruf in Betracht. Durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln und einer behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung lassen sich aber viele Einschränkungen ausgleichen.

Sollten Sie noch keine genaue Vorstellung haben, in welchem Tätigkeitsbereich Sie zukünftig arbeiten möchten, können Sie sich beispielsweise in den Berufsinformationszentren (BiZ) der Arbeitsagenturen ein Bild über verschiedene Berufe verschaffen. In jeder Agentur für Arbeit gibt es ein Berufsinformationszentrum. Dort können Sie sich über Berufe und ihre Anforderungen und Aussichten, über unterschiedliche Ausbildungswege und andere Fragen zur Berufswahl informieren.

Sehr hilfreich für die Wahl des richtigen Berufes ist auch die Internetseite 'BERUFENET', die von der Agentur für Arbeit angeboten wird. Sie finden dort ausführliche Informationen über Berufe von A bis Z. Dort können Sie sich auch über die so genannten Fachpraktikerberufe informieren. Es handelt sich dabei um Berufe für behinderte Menschen mit speziellen Ausbildungsregelungen.

Hinweis: Um die aktuellen Fachpraktikerberufe zu finden, müssen Sie auf der Internetseite 'BERUFENET' bei der 'Erweiterten Suche' auf 'Berufskundliche Gruppen' klicken und dort das Kästchen für 'Ausbildungen für Menschen mit Behinderung' ankreuzen und dann die Suche starten. In diesen Berufen sind übrigens auch Umschulungen möglich.

Tipp: Ausführliche Informationen zum Thema Berufsorientierung und Berufswahl finden Sie in dem Kapitel 'Berufsorientierung'.

Beratung und Unterstützung

Als besonderen Service für behinderte Menschen gibt es in allen Agenturen für Arbeit speziell qualifizierte Beratungskräfte - die so genannten Reha-Teams. Das Reha-Team steht Ihnen bei allen Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung zur Verfügung.

Wenn Sie schon konkrete Vorstellungen über Ihre berufliche Zukunft haben, sollten Sie diese bei Ihrem Beratungsgespräch erläutern. Bei der Berufsberatung wird dann überprüft, ob Ihre beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse und die gesundheitlichen Voraussetzungen dem Anforderungsprofil ihres Wunschberufes entsprechen.

Die Beratungskräfte können die Fachdienste der Agentur für Arbeit hinzuziehen:

  • Der ärztliche Dienst oder der berufspsychologische Service helfen bei der Klärung der gesundheitlichen Voraussetzungen, der Interessen und Fähigkeiten der betreuten Person.
  • Der technische Beratungsdienst unterstützt bei Fragen zu technischen Hilfen und berät bei der behinderungsgerechten Ausstattung von Arbeitsplätzen.

Wenn Ihre medizinische Behandlung nach einem Unfall abgeschlossen ist und Sie sich wieder fit genug für die Arbeitswelt fühlen, können Sie sich an die Reha-Arbeitsvermittlung 'InArbeit' wenden. Dies ist ein Angebot des Rehabilitationsdienstes 'InReha GmbH'. Dort werden Sie bei Ihrer Suche nach einer neuen passenden Beschäftigung oder bei der Rückkehr auf ihren alten Arbeitsplatz unterstützt. InArbeit ist bundesweit mit regionalen Reha-Arbeitsvermittlern aufgestellt, die sich als Spezialisten um Ihre passgenaue berufliche Eingliederung kümmern.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von InArbeit.

Kontaktadressen und weitere Infos bei REHADAT-Adressen

Die Agentur für Arbeit kann den Integrationsfachdienst an der Berufsberatung und der Suche nach geeigneten Bildungsangeboten beteiligen. Bei den Integrationsfachdiensten können Sie sich auch beraten lassen.

Sofern bei Ihnen ein anderer Rehabiltationsträger zuständig ist (beispielsweise nach einem Arbeitsunfall), können Sie sich alternativ auch direkt an dessen Reha-Abteilung wenden und sich dort beraten lassen (zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung oder der Gesetzlichen Unfallversicherung).

Kontakt-Adressen bei REHADAT-Adressen

Bevor Sie einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen, können Sie sich im Vorfeld auch bei einer 'Ergänzenden unabhängigen Teilhabe-Beratungsstelle' (EUTB) beraten lassen. Das Prinzip des Peer Counseling (Betroffene beraten Betroffene) wird dabei besonders berücksichtigt. Ratsuchende können sich unabhängig von ihrem Wohnort und ihrer Teilhabebeeinträchtigung an jedes EUTB-Angebot wenden.

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