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Maßnahme
Maßnameart: Berufsvorbereitung und Grundausbildung Eignung und Berufsfindung
Hörtechnische Grundqualifizierung
Zusammenfassung
Hör-technische Grund-Ausbildung

Kurzbeschreibung:

Du willst trotz Hörbehinderung am Berufsleben teilhaben? Mit einer hörtechnischen Qualifizierung lernst du Fertigkeiten, um dich bei einer Ausbildung oder im Berufsleben besser zurecht zu finden.

Ziel:

Ziel ist es, das vorhandene Sprachvermögen zu stärken. Du lernst Strategien, um dich mit Hörenden am Arbeitsplatz oder in einer beruflichen Qualifizierung zu verständigen.

Zielgruppe:

Zielgruppe sind Menschen, die sich wegen ihrer Hörbehinderung beruflich neu orientieren oder qualifizieren müssen, weil Sie keinen Arbeitsplatz finden oder ihn verlieren.

Voraussetzungen:

Damit du eine hörtechnische Qualifizierung durchführen kannst musst du ein Resthörvermögen besitzen und Sprechen können. Außerdem darfst du nicht von Geburt an hörbehindert sein.

Inhalte:

Meistens ist eine hörtechnische Qualifizierung Bestandteil der beruflichen Reha-Maßnahme "Integrative Berufliche Rehabilitation von Personen mit Hörbehinderung (IBRH)". Das ist ein Projekt, an welchem sich einige Berufsförderungswerke beteiligen. Ob eine hörtechnische Qualifizierung für dich sinnvoll ist, wird vorab in einem vierwöchigen Reha-Assessment getestet.

Die hörtechnische Qualifizierung dauert sechs Monate. Die ersten drei Monaten verbringst du mit Hörbehinderten und übst Sprechen, Lesen und Schreiben. Du lernst vom Mund abzulesen, dein Hörgerät oder Cochleaimplantat optimal zu nutzen und eine Hörtaktik anzuwenden. Die anschließenden drei Monate führst du zusammen mit Hörenden durch. Dabei testest du die gelernten Hörtaktiken im praktischen Umgang mit den Hörenden. Dazu kann auch der Einsatz von Schriftdolmetscherinnen und -dolmetschern, lautsprachbegleitenden Gebärden und technischen Hilfen gehören. In dieser Phase wird in der Regel gleichzeitig berufliches Grundwissen gelernt.

Falls notwendig erhältst du Unterstützung durch:

  • Sprachpflege
  • Audiotherapie
  • Kommunikationstraining
  • Training zur Steigerung der Konzentrations- und Belastungsfähigkeit
  • Psychologische Begleitung zur Behinderungsbewältigung

Im Anschluss an die hörtechnische Qualifizierung kannst du eine Wiedereingliederungsmaßnahme, eine Berufsausbildung, eine Individualmaßnahme oder eine Teilqualifizierung durchführen.

Finanzierung:

Der jeweilige Reha-Träger kommt für die Kosten der hörtechnischen Qualifizierung auf.

Kurz-Text

Die Hör-technische Grund-Ausbildung soll
erwachsenen hör-behinderten Menschen
den Wieder-Einstieg in das Berufs-Leben erleichtern.
Bei der Hör-technischen Grund-Ausbildung lernen hör-behinderte Menschen,
wie sie sich besser mit hörenden Menschen verständigen können.

Lang-Text

Die Hör-technische Grund-Ausbildung ist ein Angebot
für Menschen mit einer Hör-Behinderung.
Dabei lernen hör-behinderte Menschen,
wie sie sich besser mit hörenden Menschen verständigen können.

Die hör-technische Grund-Ausbildung
ist ein Teil von einer beruflichen Reha-Maßnahme.
Die berufliche Reha-Maßnahme heißt in Schwerer Sprache:
Integrative Berufliche Rehabilitation von Personen mit Hör-Behinderung
Die Abkürzung dafür heißt: IBRH
IBRH ist aus einem Modell-Projekt entstanden.
IBRH soll erwachsenen hör-behinderten Menschen
den Wieder-Einstieg in das Berufs-Leben erleichtern.
Die Berufs-Förderungs-Werke Nürnberg und Dortmund
haben das Modell-Projekt entwickelt und erprobt.
Die beiden Berufs-Förderungs-Werke
sind auf Menschen mit einer Hör-Behinderung spezialisiert.

Vor der hör-technischen Grund-Ausbildung
wird ein Reha-Assessment gemacht.
Dabei wird getestet
  • Welche berufliche Aussichten die Teilnehmer haben
  • Und welches Berufs-Feld das Richtige sein kann.
Das Reha-Assessment dauert 4 Wochen.
Danach beginnt die hör-technische Grund-Ausbildung.

Die hör-technische Grund-Ausbildung dauert 6 Monate.
Die Teilnehmer erlernen verschiedene Techniken,
um sich mit hörenden Menschen möglichst gut verständigen zu können.
In den ersten 3 Monaten sind die Menschen mit Hör-Behinderung unter sich
Und haben Unterricht.

Im Unterricht lernen und trainieren die Teilnehmer zum Beispiel:
  • Wie sie besser sprechen, lesen und schreiben können.
  • Wie sie mit Hör-Geräten oder Cochlea-Implantaten umgehen können. Ein Cochlea-Implantat ist ein Hör-Gerät hinter dem Ohr unter der Haut.
  • Wie sie vom Mund absehen können
  • Wie sie sich besser konzentrieren können
  • Und welche Hör-Taktik für sie am besten ist
Hör-Taktik bedeutet:
Man wendet mehrere Fertigkeiten gleich-zeitig an.
Zum Beispiel:
  • Hören
  • Mund-Absehen
  • Deutung von Körper-Sprache
  • Oder gezieltes Nach-fragen
Die anschließenden 3 Monate
werden zusammen mit hörenden Menschen durch-geführt.
Dabei werden die gelernten Hör-Taktiken
mit den hörenden Menschen eingeübt und getestet.

Das sind die Voraussetzungen
für die Teilnahme an einer hör-technischen Grund-Ausbildung:
  • Du bist nicht von Geburt an hör-behindert
  • Du hast Sprechen gelernt
  • Durch ein Hör-Gerät oder Cochlea-Implantat ist noch ein Rest-Hör-Vermögen vorhanden
  • Du hast eine schwere Hör-Behinderung oder dir droht eine solche Behinderung
  • Wegen einer aufgetretenen Hör-Behinderung kannst du deine berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben und du musst dich nun beruflich neu orientieren
  • Wegen deiner Hör-Behinderung findest du keinen Arbeits-Platz
  • Bei dir ist eine Hör-Behinderung aufgetreten und du hast deshalb Angst, deinen Arbeits-Platz zu verlieren
Nach der hör-technischen Grund-Ausbildung
schließt sich entweder eine direkte
  • Wieder-Eingliederungs-Maßnahme
  • eine 24-monatige Berufs-Ausbildung
  • eine kürzere Individual-Maßnahme
  • oder eine Teil-Qualifizierung
an.

Hier werden Schwere Wörter in Leichter Sprache erklärt:

Berufliche Reha
Berufliche Reha ist das kurze Wort für:
Berufliche Rehabilitation
Rehabilitation bedeutet Wieder-Herstellung.

Berufliche Rehabilitation bedeutet zum Beispiel:
Frau Müller war lange krank.
Jetzt will Frau Müller wieder arbeiten gehen.
Damit das klappt, muss sie eine Weiter-Bildung machen.
Nach der erfolg-reichen Weiter-Bildung
kann sie bei ihrem alten Arbeit-Geber weiter arbeiten.
Berufs-Förderungs-Werk
Ein Berufs-Förderungs-Werk ist eine Einrichtung
zur beruflichen Wieder-Eingliederung von Erwachsenen.
Die Angebote nutzen erwachsene Menschen,
wenn sie aus gesundheitlichen Gründen
ihren bisherigen Beruf aufgeben mussten
Und nun eine neue berufliche Perspektive suchen.
In einem Berufs-Förderungs-Werk kann man
eine Umschulung in einem neuen Beruf machen.
Dortmund
Dortmund ist eine Stadt im Bundes-Land Nordrhein-Westfalen.
Individual-Maßnahme
Eine Individual-Maßnahme ist eine Bildungs-Maßnahme.
Individuell bedeutet:
auf eine einzelne Person zugeschnitten
Die Bildungs-Maßnahme ist also speziell für eine Person gemacht.
Nürnberg
Nürnberg ist eine Stadt im Bundes-Land Bayern.
Reha-Assessment
Ein Reha-Assessment wird in vielen Berufs-Förderungs-Werken vor Beginn
  • einer Bildungs-Maßnahme
  • Oder einer Umschulung
angeboten.
Assessment ist ein englisches Wort.
Es bedeutet: Beurteilung

Manche Menschen können in ihrem alten Beruf nicht mehr weiter-arbeiten.
  • Weil sie einen Unfall hatten
  • Oder eine schwere Erkrankung haben.
Aus gesundheitlichen Gründen
müssen sie sich beruflich neu orientieren.
Das Reha-Assessment soll den erfolgreichen Wieder-Einstieg
in das Arbeits-Leben unterstützen.

Der 1. Schritt bei der berufichen Reha
ist meistens das Reha-Assessment.
Bei einem Reha-Assessment finden mehrere Maßnahmen statt.
Zum Beispiel:
  • eine Eignungs-Abklärung
  • Und eine Arbeits-Erprobung
Die Maßnahmen werden dabei häufig kombiniert.

Weitere Informationen

Es liegen keine Einträge vor.

Es liegen keine Lexikoneinträge vor.

Es liegen keine gesetzlichen Informationen vor.

Es liegen keine Literaturangaben vor.

Referenznummer:

R/bild73


Informationsstand: 18.04.2024