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Maßnahme
Maßnameart: Ausbildungswege Berufsausbildung
Ausbildung zur Fachpraktikerin / zum Fachpraktiker
Zusammenfassung
Fachpraktiker-Ausbildung

Kurzbeschreibung:

Du kannst keine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf machen? Dann ist vielleicht eine Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker möglich! Dabei werden die Inhalte einer Regelausbildung von den zuständigen Kammern so angepasst, dass sie von Menschen mit einer Beeinträchtigung zu absolvieren sind. Eine Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker ist also in jedem anerkannten Ausbildungsberuf möglich!

Ziel:

Ziel einer Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker ist der erfolgreiche Abschluss deiner Ausbildung.

Zielgruppe:

Für dich kommt eine Ausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker nur in Frage, wenn du eine (Lern-) Behinderung, einen besonderen Förderbedarf oder eine soziale Benachteiligung hast und dies deine Erstausbildung ist.

Voraussetzungen:

Voraussetzung für eine Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker ist, dass du eine (Lern-) Behinderung, einen besonderen Förderbedarf oder eine soziale Benachteiligung hast. Zudem darf eine Regelausbildung in einem Betrieb weder mit Hilfe einer Assistierten Ausbildung, noch mit anderen Maßnahmen möglich sein. Der berufspsychologische Service der zuständigen Arbeitsagentur stellt fest, ob du für eine Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker in Frage kommst.

Die Ausbildungsbetriebe dürfen selbst festlegen, ob ein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt wird oder nicht.

Inhalte:

Die Ausbildungsinhalte werden bei einer Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker an die jeweilige Behinderung angepasst!
Für Menschen mit Lernschwierigkeiten werden zum Beispiel praktische Ausbildungs- und Prüfungsinhalte im Vergleich zur Theorie stärker betont. Es können aber auch bestimmte praktische Anteile weggelassen werden, die aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht ausgeführt werden können.
Eine Ausbildung dauert zwischen 2 und 3 Jahren. Die Abschlussprüfung erfolgt vor der zuständigen Kammer.

Finanzierung:

Eine Erstausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker wird meist von der Arbeitsagentur finanziert. Je nach Einzelfall können aber auch andere Rehabilitationsträger (zum Beispiel Unfallversicherungen, Berufsgenossenschaften und Rentenversicherungen) für die Bewilligung zuständig sein.

Wusstest du?

Wenn dein Leistungsstand und deine Behinderung es erlauben, kannst du auch während oder nach deiner Ausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker in eine Regelausbildung wechseln. So kannst du einen höheren Berufsabschluss erwerben!

Eine Ausbildung zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker ist grundsätzlich auf Menschen mit einer Lernbehinderung ausgerichtet. Aber auch Menschen mit anderen Behinderungen können für eine solche Ausbildung in Frage kommen. Dies wird im Einzelfall durch die Arbeitsagentur entschieden.

Kurz-Text

Kannst du wegen deiner Behinderung
keine normale Regel-Ausbildung machen?
Dann ist für dich vielleicht eine besondere Ausbildung das Richtige:
Eine Fachpraktiker-Ausbildung.
Die Fachpraktiker-Ausbildung ist leichter als eine normale Ausbildung.
Wer eine Fachpraktiker-Ausbildung macht,
hat weniger Theorie und mehr Praxis.
Das bedeutet:
Du hast weniger Unterricht in der Berufs-Schule.
Dafür arbeitest du mehr im Betrieb.

Lang-Text

Kannst du wegen deiner Behinderung
keine normale Regel-Ausbildung machen?
Dann ist für dich vielleicht eine besondere Ausbildung das Richtige:
Eine Fachpraktiker-Ausbildung.
Das heißt:
Die Ausbildung ist leichter als eine normale Ausbildung.

Die Ausbildungs-Inhalte von einer Fachpraktiker-Ausbildung
orientieren sich an den Ausbildungs-Inhalten
von anerkannten Ausbildungs-Berufen.
Wer eine Fachpraktiker-Ausbildung macht,
hat weniger Theorie und mehr Praxis.
Das bedeutet:
Du hast weniger Unterricht in der Berufs-Schule.
Dafür arbeitest du mehr im Betrieb.
Außerdem kannst du diese Ausbildung
auch ohne Hauptschul-Abschluss machen.
Oft machen Jugendliche mit Lern-Schwierigkeiten
eine Fachpraktiker-Ausbildung.

Der Wechsel in die Regel-Ausbildung ist
  • während einer Fachpraktiker-Ausbildung
  • Oder nach einer Fachpraktiker-Ausbildung
jederzeit möglich:
Wenn deine Ausbildung gut klappt
Und du keine gesundheitlichen Probleme hast.

Eine Fachpraktiker-Ausbildung kannst du
  • in einem normalen Betrieb
  • Oder in einer speziellen Ausbildungs-Einrichtung, zum Beispiel in einem Berufs-Bildungs-Werk
machen.

Je nach Bundes-Land werden diese Berufs-Abschlüsse auch
  • Werker und Werkerin
  • Oder Helfer und Helferin
genannt.

Nicht jeder Jugendliche kann eine Ausbildung zum Fachpraktiker machen.
Voraussetzung ist
  • eine Behinderung
  • ein besonderer Förder-Bedarf
  • Oder eine soziale Benachteiligung
Eine Ausbildung zum Fachpraktiker ist erst dann möglich:
Eine Assistierte Ausbildung in einem Betrieb ist für dich zu schwierig.

Vor Ausbildungs-Beginn findet deshalb
eine Eignungs-Untersuchung durch die Agentur für Arbeit statt.
Ein Fach-Dienst von der Agentur für Arbeit stellt dabei
Art und Schwere von deiner Behinderung fest.
Und prüft dabei,
ob du nicht doch eine normale Regel-Ausbildung machen kannst.

Ausbildungen als Fachpraktiker
sind von den Kammern anerkannte Ausbildungen.
Das sind die Kammern:
Zum Beispiel:
  • Handwerks-Kammer
  • Industrie- und Handels-Kammer
  • Oder Landwirtschafts-Kammer
Wenn du eine Fachpraktiker-Ausbildung machen willst,
musst du bei der zuständigen Kammer vorher einen Antrag stellen.
Den Antrag kann auch deine gesetzliche Betreuungs-Person stellen.
Den Ausbildungs-Platz musst du zu diesem Zeit-Punkt bereits sicher haben.

Wenn die Kammer den Antrag an-nimmt,
werden die Ausbildungs-Inhalte an deine Behinderung angepasst.
Die Ausbildung dauert 2 bis 3,5 Jahre.
Die Abschluss-Prüfung findet bei der zuständigen Kammer statt.
Am Ende von der Ausbildung bekommst du eine Bescheinigung.
Die Bescheinigung heißt:
  • Fach-Arbeiter-Brief
  • Oder Gesellen-Brief
Nach der Ausbildung hast du gute Chancen
eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeits-Markt zu bekommen.

Es gibt viele verschiedene Fachpraktiker-Ausbildungen.
Zum Beispiel:
  • Metall-Bearbeiter
  • Fachpraktiker Holz-Verarbeitung
  • Fachpraktiker in der Floristik
  • Fachpraktiker für Haus-Wirtschaft
  • Garten-Bau-Helfer Fach-Richtung Garten- und Landschafts-Bau
  • Oder Fachpraktiker im Lager-Bereich

Hier werden Schwere Wörter in Leichter Sprache erklärt:

Agentur für Arbeit
Die Bundes-Agentur für Arbeit hilft Menschen,
die eine Arbeit suchen.
Und sie hilft Menschen,
damit sie ihre Arbeit behalten können.
Die Bundes-Agentur für Arbeit hilft auch Arbeit-Gebern.
Zur Bundes-Agentur für Arbeit gehören alle
Agenturen für Arbeit in Deutschland.
Die Agentur für Arbeit in deiner Stadt ist für dich zuständig.
Oder eine Agentur für Arbeit in deiner Nähe.
Allgemeiner Arbeits-Markt
Der allgemeine Arbeits-Markt ist da,
wo auch Menschen ohne Behinderungen arbeiten.
Man arbeitet auf dem allgemeinen Arbeits-Markt
wenn man
  • In einem großen oder kleinen Betrieb arbeitet
  • Bei einer Stadt oder Gemeinde arbeitet
  • Oder bei einem anderen Arbeit-Geber arbeitet
Wer auf dem allgemeinen Arbeits-Markt arbeitet,
hat zum Beispiel:
  • einen Arbeits-Vertrag mit einer Firma
  • Und einen festen Lohn
Menschen auf dem allgemeinen Arbeits-Markt
können auch arbeits-los werden.
Assistierte Ausbildung
Eine Assistierte Ausbildung hilft dir,
eine Ausbildung zu finden oder abzuschließen.
Die Assistierte Ausbildung ist für junge Menschen:
Die schon sehr lange nach einem Ausbildungs-Platz suchen.
Das Besondere bei der Assistierten Ausbildung ist:
Du bekommst schon vor der Ausbildung viel Hilfe.

Zum Beispiel:
Menschen helfen dir bei deiner Bewerbung.
Menschen helfen dir dabei:
Ein Praktikum zu finden.
Und du kannst eine Beratung bekommen.

Später hast du dann vielleicht
einen Ausbildungs-Platz in einem Betrieb gefunden.
Auch dann kannst du noch viele Hilfen bekommen.
Zum Beispiel:
Du bekommst Nach-Hilfe.
Berufs-Bildungs-Werk
In einem Berufs-Bildungs-Werk können
junge Menschen mit Behinderungen eine Ausbildung machen.
Wenn sie besondere Unterstützung brauchen.
Und wenn sie keinen Ausbildungs-Platz
auf dem allgemeinen Arbeits-Markt bekommen haben.
Oft gibt es für Auszubildende auch ein Internat,
wo sie wohnen können.
In den Werkstätten von den Berufs-Bildungs-Werken
lernen die Auszubildenden die praktische Arbeit.
In der Berufs-Schule lernen sie die Theorie.
Außerdem gibt es besondere Unterstützung.
Zum Beispiel:
  • Nachhilfe
  • besondere Übungen vor Prüfungen
  • Und Beratung
Die Agenturen für Arbeit schlagen Jugendliche für so eine Ausbildung vor.
Handwerks-Kammer
Eine Handwerks-Kammer hilft Handwerkern
bei Fragen oder Problemen.
In Deutschland gibt es viele Handwerks-Kammern.
Jede Handwerks-Kammer kümmert sich
um die Handwerker in der Nähe.

Ein Handwerker mit einer eigenen Firma
ist immer Mitglied von einer Handwerks-Kammer.
Ein Mitglied zahlt der Handwerks-Kammer Geld.
Dieses Geld heißt Mitglieds-Beitrag.

Das sind die Aufgaben von der Handwerks-Kammer:
Die Handwerks-Kammer sagt:
Das müssen Auszubildende lernen.
Die Handwerks-Kammer hilft Auszubildenden.
Ein Handwerker möchte eine eigene Firma haben?
Dann berät die Handwerks-Kammer den Handwerker.
Ein Handwerker möchte etwas Neues lernen?
Dann hilft die Handwerks-Kammer dem Handwerker.
Die Handwerks-Kammer sagt den Politikern:
Das wollen Handwerker.
Industrie- und Handels-Kammer
In vielen Städten gibt es eine Industrie- und Handels-Kammer.
Kurz sagt man: IHK
Die IHK kümmert sich um Unternehmen in einer Stadt und der Umgebung.
Die IHK hat besondere Rechte und Pflichten.
Die IHK übernimmt Aufgaben für den Staat.
Die IHKs haben viele Mitglieder.
Selbst-ständige Unternehmer müssen Mitglied sein.

Die IHKs bieten Beratungen an.
Oft kostenlos.
Die IHKs geben auch Informationen.
Oft kostenlos.
Die Beratungen sind für Unternehmen.
Es geht um Steuern und Rechte.
Es geht um Zusammen-Arbeit von Unternehmen.

Manche Aufgaben gibt der Staat an die IHKs ab.
Zum Beispiel:
Aufgaben bei der Ausbildung
Die IHKs betreuen die Berufs-Ausbildung.
Die IHKs beraten Betriebe und Auszubildende.
Sie helfen bei Fragen.
Die IHKs planen viele Tausend Prüfungen im Jahr.
Das sind Prüfungen in der Ausbildung
Und Prüfungen in der Weiter-Bildung.
Prüfer aus Unternehmen helfen dabei.
Landwirtschafts-Kammer
LWK ist die Abkürzung für Landwirtschafts-Kammer.
Eine Landwirtschafts-Kammer ist ein Verband.
Dieser Verband vertritt die Interessen von den Landwirten
Und von den Forstwirten.
Einige Bundes-Länder haben eine Landwirtschafts-Kammer.

Die LWK unterstützt aber nicht nur Landwirtschaft und Forst-Wirtschaft.
Sie unterstützt auch Ernährungs-Wirtschaft, Gartenbau und Fischerei.

So unterstützt die LWK diese Bereiche:
Sie berät Menschen bei der Arbeit.
Sie bietet Ausbildungen und Weiter-Bildungen an.
Sie organisiert Veranstaltungen.
Sie betreut Betriebe.
Sie berät die Politik.
Die Politik trifft Entscheidungen für die Landwirtschaft.
Die LWK arbeitet mit Wissenschaftlern zusammen.
So kann sie neue Erkenntnisse vermitteln.
Regel-Ausbildung
Die häufigste Ausbildung ist die betriebliche Ausbildung
auf dem allgemeinen Arbeits-Markt.
Man sagt auch Regel-Ausbildung dazu.
Bei dieser Ausbildung lernt man den theoretischen Teil in der Berufs-Schule.
Den praktischen Teil lernt man im Betrieb.
soziale Benachteiligung
Jugendliche mit einer sozialen Benachteiligung
haben schlechtere Chancen auf ein besseres Leben
Oder einen Bildungs-Aufstieg.
Viele von diesen Jugendlichen finden nach der Schule
keinen Ausbildungs- oder Arbeits-Platz.

Sozial benachteiligte Menschen sind zum Beispiel:
  • Menschen ohne Wohnung
  • langzeit-arbeitslose Menschen
  • Menschen mit geringem Einkommen
  • allein-erziehende Mütter und Väter
  • Oder Menschen mit Behinderungen oder Erkrankungen

Weitere Informationen

Gibt es noch keine veränderte Ausbildungsreglung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker in deinem gewünschten Beruf, muss die zuständige Kammer (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer oder Landwirtschaftskammer) die Bestimmungen der regulären Ausbildung anpassen. Dann kann die Ausbildung zur Fachpraktikerin oder zum Fachpraktiker in speziellen Ausbildungsstätten (wie Berufsbildungswerken) oder in normalen Betrieben erfolgen, wenn die Ausbilderinnen oder Ausbilder eine entsprechende rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation haben und der Betrieb behinderungsgerecht ausgestattet ist. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagentur unterstützen dich auf dem Weg zur Fachpraktikerin beziehungsweise zum Fachpraktiker. Dazu werden Eignungsuntersuchungen, ärztliche Gutachten, Stellungnahmen der Schule oder anderer Fachdienste berücksichtigt.

Referenznummer:

R/bild47


Informationsstand: 22.04.2024