Sprungnavigation Tastaturkurzbefehle

Suche und Service

Maßnahme
Maßnameart: Eignung und Berufsfindung Weiterbildung und Berufsanpassung
Belastungserprobung / Medizinisch-berufliches Assessment
Zusammenfassung
Belastungs-Erprobung

Kurzbeschreibung:

Du bist eine Rehabilitandin oder ein Rehabilitand? Du befindest dich noch in einer medizinischen Behandlung, aber willst wissen, wie es beruflich weitergeht? Dann ist eine Belastungserprobung (BE) genau das Richtige.
Die Belastungserprobung soll deine gesundheitliche Belastbarkeit mit Blick auf eine spätere Arbeitstätigkeit oder eine Bildungsmaßnahme ermitteln.

Ziel:

Ziel ist es, die Möglichkeiten eines beruflichen Einsatzes einzuschätzen, um geeignete Vorschläge für die berufliche Wiedereingliederung zu machen.

Zielgruppe:

Zielgruppe von Belastungserprobungen sind Rehabilitandinnen oder Rehabilitanden mit gesundheitlich eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Manchmal wird eine Belastungserprobung auch bei Personen durchgeführt, die länger andauernd arbeitsunfähig oder langzeitarbeitslos sind.

Voraussetzungen:

Damit eine Belastungserprobung durchgeführt werden kann, muss eine medizinische Behandlung im Vordergrund stehen und du dich in einer Reha befinden.

Inhalte:

Eine Belastungserprobung ist eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation nach § 42 Absatz 2 Nummer 7 SGB IX und kann bis zu sechs Wochen dauern. Die Länge hängt von deiner individuellen Situation ab und davon, was während der Maßnahme getestet werden soll. Der praktische Arbeitsumfang schwankt zwischen mindestens drei Stunden bis zu maximal acht Stunden täglich. Im Rahmen der Belastungserprobung erhältst du, wenn nötig, konkrete Hilfestellungen zum Umgang mit deiner Erkrankung am Arbeitsplatz. Von daher ist die Belastungserprobung eine Vorstufe zur beruflichen Rehabilitation. Manchmal überschneidet sich die Belastungserprobung mit den Maßnahmen Eignungsabklärung und Arbeitserprobung.

Es gibt verschiedene Arten von Belastungserprobungen. Manche finden innerhalb einer Rehabilitationsklinik statt. Das kann beispielweise eine Phase-II-Einrichtung sein. Dort können verschiedene Tätigkeitsbereiche innerhalb der behandelnden Klinik erprobt werden. Dazu zählen:

  • EDV-Arbeitsplätze,
  • Werkstätten,
  • Lager,
  • Hauswirtschaft,
  • Kaufmännische und gewerbliche Arbeitsplätze oder auch Tätigkeiten im Außenbereich der Klinik.

Zusätzlich werden bestimmte Diagnose- und Testverfahren zur Einschätzung von physischen und berufsbezogenen Fähigkeiten eingesetzt wie zum Beispiel das medizinisch-berufliche Assessment.

Andere Belastungserprobungen werden von externen Anbietern durchgeführt, wie zum Beispiel von Berufsförderungswerken. Es kann auch sein, dass eine Belastungserprobung in einem Betrieb durchgeführt wird. Bei diesen Belastungserprobungen wird untersucht, ob du noch fit genug bist für dein bisheriges Arbeitsfeld. Falls nicht, kannst du direkt neue Bereiche kennenlernen.
Überprüft wird:

  • Die Dauerbelastbarkeit,
  • Das Verhalten bei Mehrfachanforderungen,
  • Arbeitsverhalten und -leistung,
  • Sozialverhalten und
  • Die psychische und körperliche Belastbarkeit.

Neben der Prüfung können auch soziale Kompetenzen gefördert oder Anreize zur Motivation geschaffen werden. Dies kann zum Beispiel bei psychosomatischen Leiden oder Abhängigkeitserkrankungen wichtig sein.

Den Vorschlag zur Durchführung einer Belastungserprobung machen in der Regel die Personen, die den Rehabilitations- und Eingliederungsprozess medizinisch begleiten. Dies können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sein oder Fachkräfte des Reha-Managements der Unfall- und Rentenversicherung.
Wenn du im Arbeitsverhältnis stehst und eine Belastungserprobung am Arbeitsplatz stattfinden soll, muss das begleitende Reha-Management die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber möglichst frühzeitig informieren und beteiligen. Auf deinen Wunsch kann auch der Betriebs- und Personalrat mit eingeschaltet werden.

Finanzierung:

Die Kosten für die Belastungserprobung tragen in erster Linie die Unfall- und Rentenversicherungsträger sowie die Krankenkassen.

Kurz-Text

Eine Belastungs-Erprobung ist eine Maßnahme
während der medizinischen Reha.
Sie soll den Wieder-Einstieg in das Berufs-Leben erleichtern.
Die Belastungs-Erprobung soll zeigen,
ob du auf Dauer belastbar genug bist,
um in deinen alten Beruf zurück-zu-kehren,
Oder ob du einen neuen Beruf erlernen musst.

Lang-Text

Manche Menschen müssen
  • nach einem Unfall
  • Oder nach einer schweren Erkrankung
eine medizinische Rehabilitation machen.

Eine Belastungs-Erprobung ist eine Maßnahme
während der medizinischen Rehabilitation.
Sie ist eine Vor-Stufe zur beruflichen Rehabilitation
Und soll den Wieder-Einstieg in das Berufs-Leben erleichtern.
Die Belastungs-Erprobung ist eine Untersuchung.
Ärzte und andere Fach-Leute machen dabei verschiedene Tests.
Und finden dabei heraus:
  • wie leistungs-fähig die Teilnehmer körperlich und geistig sind,
  • wie gut die Teilnehmer sich an verschiedene Situationen anpassen können
  • Und welche Stärken die Teilnehmer haben.
Die Belastungs-Erprobung soll zeigen,
ob die Teilnehmer auf Dauer belastbar genug sind,
um in Ihren alten Beruf zurück-zu-kehren,
Oder ob sie einen neuen Beruf erlernen müssen.

Wenn bei der Belastungs-Erprobung heraus-gefunden wird:
Eine Person kann in ihrem alten Beruf nicht mehr arbeiten.
Dann erhält die Person Vorschläge für eine berufliche Neu-Orientierung.
Dabei werden
  • die Wünsche,
  • die Stärken
  • Und die gesundheitlichen Einschränkungen
von der Person berücksichtigt.

Eine Belastungs-Erprobung kann bis zu 6 Wochen dauern.
Sie kann
  • in einer Rehabilitations-Klinik
  • bei anderen Anbietern (wie zum Beispiel in einem Berufs-Förderungs-Werk)
  • Oder auch in Betrieben
durch-geführt werden.

Die Kosten für die Belastungs-Erprobung übernehmen in der Regel:
  • die Unfall-Versicherung
  • die Renten-Versicherung
  • Oder die Kranken-Versicherung

Hier werden Schwere Wörter in Leichter Sprache erklärt:

Berufliche Rehabilitation
Rehabilitation bedeutet Wieder-Herstellung.
Berufliche Rehabilitation bedeutet zum Beispiel:
Frau Müller war lange krank.
Jetzt will Frau Müller wieder arbeiten gehen.
Damit das klappt, muss sie eine Weiter-Bildung machen.
Nach der erfolg-reichen Weiter-Bildung
kann sie bei ihrem alten Arbeit-Geber weiter arbeiten.
Berufs-Förderungs-Werk
Ein Berufs-Förderungs-Werk ist eine Einrichtung
zur beruflichen Wieder-Eingliederung von Erwachsenen.
Die Angebote nutzen erwachsene Menschen,
wenn sie aus gesundheitlichen Gründen
ihren bisherigen Beruf aufgeben mussten
Und nun eine neue berufliche Perspektive suchen.
In einem Berufs-Förderungs-Werk kann man
eine Umschulung in einem neuen Beruf machen.
Kranken-Versicherung
Ein anderes Wort dafür ist Kranken-Kasse.
In Deutschland müssen alle Menschen
eine Kranken-Versicherung haben.
Das steht im Gesetz.
Die Kranken-Kasse bezahlt zum Beispiel:
  • Die Behandlung beim Arzt
  • Die Behandlung im Kranken-Haus
  • Oder die Medikamente für kranke Menschen
Medizinische Rehabilitation
Rehabilitation bedeutet Wieder-Herstellung.
Medizinische Rehabilitation bedeutet:
Herr Schmitz hatte einen Auto-Unfall
Und wurde schwer verletzt.
Nach dem Kranken-Haus soll Herr Schmitz
Kranken-Gymnastik machen.
Damit er wieder so laufen kann wie früher.
Renten-Versicherung
Die Renten-Versicherung ist ein Teil
von der Sozial-Versicherung in Deutschland.

Zur Sozial-Versicherung gehören
  • die Renten-Versicherung,
  • die Kranken-Versicherung,
  • die Pflege-Versicherung,
  • die Arbeitslosen-Versicherung
  • Und die Unfall-Versicherung.
Die Renten-Versicherung hilft den versicherten Personen:
Wenn sie wegen Krankheit
Oder einer Behinderung nicht mehr voll arbeiten können.
Oder gar nicht mehr arbeiten können.
Das nennt man Minderung der Erwerbs-Fähigkeit.
Oder Erwerbs-Minderung.
Dann bezahlt die Renten-Versicherung Leistungen zur Rehabilitation.
Und Leistungen zur Teilhabe am Arbeits-Leben.

Wenn sie alt sind und nicht mehr arbeiten müssen.
Statt Arbeits-Lohn bekommen sie dann Rente.
Dann bezahlt die Renten-Versicherung die Rente.
Und Geld für die Kranken-Versicherung der Rentner.

Wenn der Ehe-Mann oder die Ehe-Frau gestorben ist.
Oder wenn der Vater oder die Mutter gestorben ist.
Dann bezahlt die Renten Versicherung Geld an die Hinterbliebenen.
Die Rente nennt man Hinterbliebenen-Rente.

Zu den Aufgaben der Renten-Versicherung gehört auch:
Die Beratung
  • von versicherten Personen,
  • von Rentnern
  • Und von Arbeit-Gebern.
Unfall-Versicherung
Die gesetzliche Unfall-Versicherung
gehört zur deutschen Sozial-Versicherung.
Die Sozial-Versicherung ist für alle Menschen in Deutschland.

Zur deutschen Sozial-Versicherung gehören auch:
  • Die Arbeitslosen-Versicherung.
  • Die gesetzliche Kranken-Versicherung.
  • Die Pflege-Versicherung.
  • Und die Deutsche Renten-Versicherung.
Jeder Mensch in Deutschland soll gut leben können.
Auch wenn er krank ist.
Oder arbeitslos.
Die Sozial-Versicherung hilft den Menschen.
Die versicherten Menschen bekommen im Ernst-Fall
finanzielle Unterstützung und schnelle Hilfe.

Die gesetzliche Unfall-Versicherung kümmert sich um Menschen,
die einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit haben.
Oder die einen Unfall bei der Arbeit haben.
Oder die eine Berufs-Krankheit haben.

Die Berufs-Genossenschaften und die Unfall-Kassen
sind die Träger von der gesetzlichen Unfall-Versicherung.
Das bedeutet:
Sie machen die Verwaltung und sie bezahlen Geld.
Sie kümmern sich um die Menschen,
wenn sie einen Unfall bei der Arbeit haben.
Oder einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit haben.
Oder in der Schule oder im Kindergarten.
Oder wenn Menschen durch die Arbeit krank werden.

Eine Berufs-Genossenschaft ist eine gesetzliche Unfall-Versicherung.
Dort sind alle Arbeit-Nehmer versichert.

Eine Unfall-Kasse
ist auch eine gesetzliche Unfall-Versicherung.
Die Unfall-Kasse ist aber vor allem für Arbeit-Nehmer,
die im öffentlichen Dienst arbeiten.

Öffentlicher Dienst bedeutet:
Die Arbeit-Nehmer arbeiten für den Staat oder ein Bundes-Land.

Zum Beispiel:
  • In einer Schule
  • In einem Kranken-Haus
  • Oder bei der Müll-Abfuhr
Diese Personen sind ebenfalls bei einer Unfall-Kasse versichert:
  • Kinder in Kinder-Tageseinrichtungen
  • Schülerinnen und Schüler
  • Studentinnen und Studenten
  • Oder auch wenn jemand im Ehren-Amt arbeitet
Ehren-Amt bedeutet:
Jemand macht die Arbeit freiwillig und bekommt kein Geld.
Er arbeitet ehren-amtlich.

Weitere Informationen

Referenznummer:

R/bild35


Informationsstand: 16.04.2024