Inhalt

Forschungsprojekt
Projektart: Eigenprojekt Studie
Förderfaktoren und Barrieren bei der Nutzung des Internets und entsprechender sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche mit komplexen Kommunikationsbehinderungen - eine Erhebung in zwei Regionen Deutschlands

Beschreibung / Inhalte

Nahezu alle Jugendlichen nutzen internetbasierte soziale Medien zur Kommunikation und Vernetzung. Für Jugendliche mit Kommunikationsbeeinträchtigung und Bedarf an Unterstützter Kommunikation bieten soziale Medien besondere Möglichkeiten zur Teilhabe. Machen diese jedoch von den Möglichkeiten Gebrauch - oder sehen sie sich mit neuen Barrieren konfrontiert? Ziel der Studie war es, Daten zu Art, Häufigkeit und Dauer der Nutzung des Internets und sozialer Medien durch Jugendliche mit Bedarf an Unterstützter Kommunikation sowie zu den Barrieren und Erleichterungen bei der Nutzung zu erheben, und ihre Verwendung mit Gleichaltrigen ohne Behinderungen zu vergleichen.

24 deutsche Jugendliche mit Bedarf an Unterstützter Kommunikation und teilweise mit motorischen Einschränkungen wurden anhand eines Fragebogens auf der Grundlage einer australischen Studie befragt.

Eine Mehrheit (75%) der Teilnehmer nutzte das Internet, wobei die meisten das Internet täglich und auf mehr als einem Gerät nutzten. Die Nutzung für schulische Aktivitäten spielte nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wurde das Internet am häufigsten für Freizeitaktivitäten genutzt (z.B. Musik hören, Videos ansehen), gefolgt von der Kommunikation per E-Mail oder Chat und schließlich für die Informationssuche. Eine stärkere Nutzung des Internets wurde von 88% der Teilnehmer gewünscht. Die Daten zeigen technische und soziale Schwierigkeiten beim Internetzugang und bei der Internetnutzung und weisen darauf hin, dass Lese- und Schreibfähigkeiten sowie motorische Fähigkeiten die Internetnutzung beeinflussen.

Die Schulbildung sollte dem Wunsch nach einer stärkeren Internetnutzung Rechnung tragen. Daher sind die Vermittlung von Medienkompetenz und die Versorgung mit geeigneten Hilfsmitteln erforderlich. Es ist mehr Forschung darüber erforderlich, wie Personen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen potenziell und tatsächlich von der Nutzung sozialer Medien profitieren können und darüber, wie die Vermittlung des Umgangs mit sozialen Medien zu weiterer digitaler und sozialer Teilhabe führen kann.

Projektdaten

Beginn:

11.12.2015


Abschluss:

29.03.2020


ICF-Bezug des Projekts:

  • Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Projektleitung:

  • Bosse, Ingo, Prof. Dr. | 
  • Renner, Gregor, Prof. Dr.

Mitarbeitende:

  • Wilkens, Leevke

Institutionen:

Katholische Hochschule Freiburg
Karlstr. 63
79104 Freiburg
Telefon: 0761 200 1515 E-Mail: gregor.renner@kh-freiburg.de
Homepage: https://www.kh-freiburg.de/de/contact/renner-grego...

Projektpartner:
Prof. Dr. Ingo Bosse, Leevke Wilkens
Technische Universität Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Körperliche und Motorische Entwicklung
Forschungscluster Technology for Inclusion and Participation
Emil-Figge Str. 50
44227 Dortmund
Homepage: http://www.kme.tu-dortmund.de/cms/de/Fachgebiet/Vi...

Bosse, Renner, Wilkens 2020: Social Media and Internet Use Patterns by Adolescents With Complex Communication Needs. In: Language, Speech, and Hearing Services in Schools. DOI: https://doi.org/10.1044/2020_LSHSS-19-00072

Social Media and Internet Use Patterns by Adolescents With Complex Communication Needs

Purpose:
Nearly all students use Internet-based social media to communicate and network. For those with complex communication needs who may benefit from augmentative and alternative communication, social media offer specific opportunities to participate. However, do students make use of them—or do they face new barriers? The aim of the study was to collect data on the types, frequency, and duration of Internet and social media use among students with complex communication needs, along with the barriers to and facilitators of use, and to compare their use with peers without disabilities.

Method:
Twenty-four German secondary school students with complex communication needs and motor difficulties were surveyed by a questionnaire based on an Australian study.

Results:
A majority (75%) of the participants used the Internet, with most using daily and on more than one device. Use for school activities played only a minor role. Instead, the Internet was most often used for recreational activities (e.g., listening to music, watching videos), followed by communication by e-mail or chat, and lastly for seeking information. Greater Internet use was desired by 88% of the participants. The data show technical and social difficulties in Internet access and use and indicate that literacy skills and motor skills influence the Internet use.

Conclusion:
School education should address the desire for greater Internet use. The teaching of media literacy and the provision of appropriate assistive and/or mainstream technology are therefore needed. More research is required on how persons with complex communication needs can potentially and actually benefit from the use of social media and on how teaching how to use social media can lead to further digital and social participation.

Referenznummer:

R/FO125965


Informationsstand: 13.10.2020