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Was kann gefördert werden?

Foto mit Geldscheinen und Münzen
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(na) Können behinderte Menschen an üblichen Maßnahmen der Aus- oder Weiterbildung teilnehmen, erhalten sie grundsätzlich die gleichen Leistungen wie nichtbehinderte Menschen. Wenn jedoch wegen der Art und Schwere einer Behinderung besondere Maßnahmen oder spezielle Reha-Einrichtungen erforderlich sind, können behinderte Menschen auch sogenannte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten, beispielsweise eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk.

 

Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen z. B.:

  • Beratung und Vermittlung
  • Trainingsmaßnahmen und Mobilitätshilfen
  • Eignungsfeststellungs- und Diagnoseverfahren (z. B. Maßnahmen zur Abklärung der beruflichen Eignung, Arbeitserprobungen, Diagnosemaßnahmen zur Feststellung der Arbeitsmarktfähigkeit - DIA-AM)
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
  • Behinderungsbedingt erforderliche Grundausbildungen (z. B. Blindentechnische Grundausbildung)
  • Berufliche Bildungsmaßnahmen der Aus- und Weiterbildung (Fortbildung und Umschulung)
  • Individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung
  • Maßnahmen im Eingangsverfahren und im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen

 

Voraussetzungen

Um Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erhalten, müssen grundsätzlich zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die oder der Betroffene ist behindert oder schwerbehindert oder konkret von einer Behinderung bedroht.
  • Aufgrund der Behinderung kann die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden oder der Einstieg in den Beruf ist ohne Unterstützung nicht möglich.

Finanzielle Leistungen

Stilisierte Figur steht an einem übergroßen Taschenrechner und hält sich den Kopf
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Mit den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können auch finanzielle Leistungen verbunden sein. Dazu zählen z. B.:

  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung, wenn eine auswärtige Unterbringung erforderlich ist,
  • Kosten für Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Lernmittel, Arbeitskleidung und Arbeitsgerät,
  • Kraftfahrzeughilfe - Diese umfasst Leistungen zur Beschaffung eines Kraftfahrzeuges, für eine behinderungsbedingte Zusatzausstattung und für eine Fahrerlaubnis. Anstelle dieser Leistungen können in besonderen Fällen Beförderungskosten übernommen werden.
  • Reisekosten (An- und Abreise zum und vom Ort der Maßnahme, Fahrten zwischen Wohnung oder Unterkunft und Bildungsstätte; Familienheimfahrten - in der Regel zweimal im Monat),
  • Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz für schwerbehinderte Menschen als Hilfe zur Erlangung des Arbeitsplatzes,
  • Kosten für nichtorthopädische Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen, die für die Berufsausübung oder für die Teilnahme einer beruflichen Bildungsmaßnahme erforderlich sind.
  • Kosten der Beschaffung, der Ausstattung und der Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung in angemessenem Umfang,
  • Leistungen zum Lebensunterhalt, etwa in Form von Ausbildungsgeld oder Übergangsgeld, sowie Zahlung von Beiträgen zur Sozialversicherung bei einer Aus- oder Weiterbildung in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation (z. B. Berufsförderungswerk),
  • Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung ohne Krankengeldanspruch und zur Pflegeversicherung, wenn sonst der Schutz nicht gewährleistet ist.
  • Gründungszuschuss bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit

Achtung: Sie müssen eine Kostenerstattung stets geltend machen, bevor die Aufwendungen entstehen oder Ausgaben anfallen. Nähere Einzelheiten erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Reha-Träger.

Eine genaue Beschreibung der Fördermöglichkeiten liefert das folgende Merkblatt der Agentur für Arbeit:

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben übernimmt der zuständige Rehabilitationsträger. Sie erhalten die Leistungen nur, wenn Sie im Vorfeld einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen.

Folgende Reha-Träger können in Frage kommen:

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Rentenversicherungsträger (z. B. Deutsche Rentenversicherung Bund sowie ihre Regionalträger)
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (z. B. Berufsgenossenschaft)
  • Träger der sozialen Entschädigung (z. B. Landesversorgungsämter, Versorgungsämter, Hauptfürsorgestellen)
  • Träger der öffentlichen Sozialhilfe und Jugendhilfe (z. B. Sozialämter, Jugendämter)

Sie können den Antrag bei einem dieser Reha-Träger oder bei einer Gemeinsamen Servicestelle einreichen. Sie brauchen sich nicht darum kümmern, welcher Reha-Träger zuständig ist. Das klären die Reha-Träger unter sich und leiten Ihren Antrag an die jeweils richtige Stelle weiter. Wenn kein zusätzliches Gutachten notwendig ist, muss nach spätestens fünf Wochen über den Antrag entschieden worden sein.

Häufig arbeiten die Reha-Träger mit den Integrationsämtern eng zusammen. Einige Leistungen, wie z. B. die Arbeitsassistenz, können sowohl durch die Reha-Träger als auch durch die Integrationsämter gefördert werden. Die Reha-Träger sind zuständig, wenn es darum geht eine Arbeitsstelle zu bekommen, die Integrationsämter bei der Erhaltung der Arbeitsstelle.

Wird ein Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben abgelehnt, haben Betroffene die Möglichkeit, dagegen beim zuständigen Träger Widerspruch einzulegen und den Bescheid noch einmal objektiv prüfen zu lassen. Dieses muss innerhalb von vier Wochen nach der Zustellung des Bescheides schriftlich passieren.