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Nachteilsausgleiche

(ml) Ganz allgemein sind Nachteilsausgleiche verschiedene Rechte, Hilfen und Vergünstigungen für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Dadurch sollen Nachteile und Mehraufwendungen aufgrund einer Schwerbehinderung ausgeglichen werden, so dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen haben wie alle anderen auch.

Nachteilsausgleiche allgemein

Nachteilsausgleiche sind beispielsweise gesonderte arbeitsrechtliche Regelungen (besonderer Kündigungsschutz, Zusatzurlaub), bestimmte Steuervergünstigungen oder die Berechtigung zur kostenlosen Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Sie ergeben sich ggf. bei der Altersrente, Bausparverträgen, Blindensendungen, Eintrittspreisen bei Veranstaltungen im Kultur- und Freizeitbereich, beim Kindergeld, bei Rundfunkgebühren, Sozialhilfeleistungen, beim Studium und beim Telefontarif.

Die einzelnen Nachteilsausgleiche müssen jeweils unter Vorlage des Schwerbehindertenausweises beantragt werden. Ausgestellt wird dieser vom zuständigen Versorgungsamt, welches gleichzeitig auch den Anspruch auf die Eintragung bestimmter Merkzeichen prüft.

Nachteilsausgleiche in Schule und Ausbildung

Auch in Schule und Ausbildung sind Nachteilsausgleiche für Schüler und Schülerinnen sowie Auszubildende mit Behinderung interessant. In der Schule haben Jugendliche mit Behinderung bzw. mit sonderpädagogischem Förderbedarf beispielsweise Anspruch auf Nachteilsausgleiche im Unterricht, bei Klassenarbeiten und bei den Abschlussprüfungen nach der 10. Klasse oder im Abitur.

Die Eltern können erwünschte Nachteilsausgleiche bei der Schulleitung beantragen.

Beispiele für Nachteilsausgleiche:

  • mehr Zeit (etwa bei geringem Lesetempo),
  • eine auf die Behinderung abgestimmte Präsentation der Aufgabenstellung (zum Beispiel durch die Verwendung speziell angepasster Medien),
  • technische, elektronische oder sonstige Hilfsmittel,
  • persönliche Assistenz in besonderen Einzelfällen (zum Beispiel für die motorische Hilfestellung),
  • Veränderung der Aufgabenstellung,
  • die Berücksichtigung der Behinderung bei der Bewertung der äußeren Form,
  • Veränderungen der räumlichen Bedingungen (indem zum Beispiel für eine Prüfung eine blendungsarme Umgebung geschaffen wird).

In der Berufsausbildung gibt es Nachteilsausgleiche für Prüfungssituationen. Mehr hierzu siehe unter Prüfung.

Stand: Dezember 2016