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Krankheitsbedingte Kündigung

(ml) Nur weil Auszubildende längere Zeit krank sind, kann ihnen nicht gekündigt werden. Fehlen sie aber mehrmals unentschuldigt im Ausbildungsbetrieb oder der Betrieb stellt fest, dass eine Krankheit nur vorgetäuscht wurde, riskieren sie eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Die Krankheit von Auszubildenden verhindert allerdings nicht, dass eine Kündigung aus anderem Grund (zum Beispiel verhaltensbedingte Kündigung wegen unentschuldigten Fehlens in der Berufsschule) wirksam wird.

Ausnahmen

In zwei Fällen ist eine krankheitsbedingte Kündigung ausnahmsweise möglich, wobei es auf den Einzelfall ankommt. Da es sich in diesen Fällen um eine personenbedingte Kündigung handelt, ist keine vorherige Abmahnung erforderlich:

1) Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen
Bei häufigen Kurzerkrankungen kann gekündigt werden, wenn

  • in einem Zeitraum von 24 Monaten
  • pro Jahr mindestens ungefähr 45 bis 60 Kurzkrankheitstage anfallen.
        

2) Kündigung bei Langzeiterkrankungen
Bei Langzeiterkrankungen kann gekündigt werden, wenn

  • feststeht, dass die Eignung für den Ausbildungsberuf als Folge der Krankheit (zum Beispiel Allergien) für immer weggefallen ist
  • oder mit einer Gesundung innerhalb der Ausbildungszeit nicht zu rechnen ist.
        

Wenn Auszubildende wegen Krankheit eine längere Zeit der Ausbildung versäumen, werden sie unter Umständen nicht zur Prüfung zugelassen. Dann muss die Ausbildung eventuell verlängert werden. Kommt es zu längeren krankheitsbedingten Fehlzeiten, sollten sich Auszubildende mit ihren Ausbilder/innen absprechen.

Stand: Dezember 2016