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Gehörlosigkeit

(ml) Der Deutsche Gehörlosenbund definiert Gehörlosigkeit so: "Als gehörlos werden Personen bezeichnet, die hörbehindert sind und vorwiegend in Gebärdensprache kommunizieren. Wegen der Hörbehinderung können sie nur bedingt auf natürlichem Wege sprechen lernen. Für Außenstehende kann ihre Sprechweise daher oft fremd klingen und schwer zu verstehen sein."

Grade der Hörschädigung

Bei Hörschädigungen unterscheidet man verschiedene Grade des Hörverlustes:

  • Leichte Schwerhörigkeit: Menschen, die leicht schwerhörig sind, fallen in der Öffentlichkeit selten auf. Die Verständigung mit der "hörenden Welt" bereitet ihnen fast keine Probleme. Leicht Schwerhörige können wie Hörende telefonieren und besitzen selten ein Hörgerät.
  • Mittelgradige Schwerhörigkeit: Mittelgradig Schwerhörige sind häufiger auf eine Hörhilfe angewiesen. Die Verständigung mit der "hörenden Welt" ist für sie etwas problematischer. Wenn es in ihrem Umfeld sehr laut ist (zum Beispiel in Discos, Veranstaltungen, Vorlesungen, usw.),  müssen mittelgradig Schwerhörige sich sehr konzentrieren, um ihre Gesprächspartner/innen gut verstehen zu können.
  • Hochgradige Schwerhörigkeit: Diese Hörschädigung grenzt sehr nah an die Taubheit. Die Resthörigen können ohne ein Hörgerät keine Geräusche hören. Um mit anderen Leute kommunizieren zu können, müssen sie das Gesagte von den Lippen ablesen. In lauten bzw. dunklen Räumen sind sie benachteiligt. In der Dunkelheit können die Resthörigen die Lippen nicht mehr so gut sehen. Telefonieren können die betroffene Person nicht oder zumindest nur sehr schwer.
  • Taubheit (Gehörlosigkeit): Gehörlose hören nichts – Gehörlose sind auf die Gebärdensprache bzw. auf das Lippenablesen angewiesen. Die Verständigung mit der "hörenden Welt" ist oft schwierig, da die Hörenden die Gebärdensprache selten beherrschen.

Verständigung

Viele Gehörlose verständigen sich untereinander in der Deutschen Gebärdensprache. Die Gebärdensprache besteht aus kombinierten Zeichen (Gebärden), die vor allem mit den Händen in Verbindung mit Mimik und Mundbild (lautlos gesprochene Wörter oder Silben) und zudem im Zusammenspiel mit der Körperhaltung gebildet werden. Die Gebärdensprache bildet die Grundlage einer eigenen Sprachgemeinschaft und Kultur, zu der sich auch Hörende, die die Gebärdensprache beherrschen, zugehörig fühlen.

Einige Gehörlose verständigen sich mit Hörenden auch über das Lippenablesen – wobei dies häufig zu Missverständnissen führt, denn nur etwa 30 Prozent der Wörter können abgesehen werden, während 70 Prozent erraten werden müssen.

Stand: Dezember 2016