Lexikon von A - Z

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Blindheit und Sehbehinderungen

(ml) Blinde Menschen besitzen keine optische Wahrnehmung. Blindheit kann angeboren sein oder durch eine Verletzung oder Erkrankung des Sehnervs oder der Netzhaut entstehen.

Es gibt verschiedene Definitionen von Blindheit. Im rechtlichen Sinne werden drei große Gruppen blinder und sehbehinderter Menschen unterschieden, je nachdem, wie stark die Einschränkung des Sehens ist.

Gemessen wird bei dieser Unterscheidung immer die Sehfähigkeit auf dem besseren Auge mit der besten verfügbaren Sehhilfe. Sehschäden, die beispielsweise mit einer Brille behoben werden können, werden dabei nicht berücksichtigt:

  • "Blind" ist, wer ein Sehvermögen von 2 % oder weniger hat. Auch wer noch über einen Sehrest verfügt und zum Beispiel Lichtschein wahrnimmt, kann als „blind“ eingestuft sein.
  • "Hochgradig sehbehindert" ist, wer ein Sehvermögen von 2-5 % hat. Die Betroffenen können blinden Menschen gleichgestellt werden. (Beispielsweise gelten Menschen, die noch über ein gewisses Restsehvermögen verfügen als "blind", wenn sie sich in Ausbildung und Beruf wie blinde Menschen verhalten und auf enstprechende Blindentechniken angewiesen sind).
  • "Sehbehindert" ist, wer ein Sehvermögen von 5-30 % Prozent hat.
     

Eine festgestellte Blindheit bzw. hochgradige Sehbehinderung ist eine Schwerbehinderung und wird mit dem Merkzeichen "Bl" in den Schwerbehindertenausweis eingetragen. Daraus ergibt sich der Anspruch auf bestimmte Nachteilsausgleiche, wie zum Beispiel die kostenlose Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Stand: Dezember 2016