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Berufsbildungswerk (BBW)

(ml) In einem Berufsbildungswerk (Abkürzung: BBW) können junge Menschen mit Schwerbehinderung bzw. Förderbedarf eine Berufsausbildung machen. Das Ziel der Ausbildung ist ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

Weitere Aufgaben der BBW sind:

  • die Eignungabklärung
    (um herauszufinden, welcher Beruf zu dem oder der Jugendlichen passt)
  • die Arbeitserprobung
    (um herauszufinden, ob der oder die Jugendliche für den Wunsch-Beruf geeignet ist)
  • die Berufsvorbereitung
    (um auf die Berufsausbildung vorzubereiten)
  • die berufliche Eingliederung (Inklusion)
    (BBW helfen bei der Arbeitsplatz-Suche)

In Deutschland gibt es über 50 Berufsbildungswerke. Die meisten BBW werden durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) finanziert. Auch Rentenversicherung und Unfallversicherung können Leistungsträger sein. Im Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) kann man mehr über die BBW im Gesetz nachlesen in SGB IX § 51.

Berufsausbildung in einem BBW

Am Anfang der Ausbildung machen der oder die Jugendliche und das BBW einen Vertrag. In dem Vertrag stehen die Rechte und Pflichten der Auszubildenden und des BBW. Für die Mitbestimmung bei der Ausbildung gibt es außerdem die Teilnehmervertretung. Die BBW haben Werkstätten und Ausbilder/innen für die praktische Ausbildung.

Verzahnte Ausbildung in BBW (VAmB)

Die praktische Ausbildung soll auch in Betrieben stattfinden. Deshalb gibt es die Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken (VAmB). Bei der VAmB machen die Jugendlichen mindestens 6 Monate lang eine Ausbildung in einem Betrieb. Die Jugendlichen können auch in eine betriebliche Ausbildung wechseln, wenn die Voraussetzungen stimmen. Wer keine Verzahnte Ausbildung oder betriebliche Ausbildung schafft, macht mindestens 26 Wochen ein Praktikum im Betrieb.

Unterstützung in BBW

In den BBW arbeiten besonders ausgebildete Berufsschullehrer/innen und Ausbilder/innen. Außerdem gibt es Ärzte und Ärztinnen, Psycholog/inn/en, Sozialpädagog/inn/en und andere Fachkräfte, die eng zusammen arbieten. Alle Jugendlichen bekommen Unterstützung. Gelernt und gearbeitet wird in kleinen Gruppen.

Die BBW arbeiten eng zusammen den IHKHandwerkskammern und Ämtern, die für Ausbildung und Prüfung zuständig sind. Wenn die Jugendlichen Nachteilsausgleiche beantragen wollen (zum Beispiel Hilfsmittel, besondere Prüfungsbedingungen), dann bekommen sie von ihrem BBW Beratung und Unterstützung.

Die BBW unterstützen die Jugendlichen auch im Alltag, beispielsweise bei gesundheitlichen Problemen oder Problemen in der Familie. Dafür gibt es eine Zusammenarbeit der BBW mit anderen Leistungsträgern.

Ziel der BBW

Die BBW wollen eine inklusive Gesellschaft, die keinen Menschen vergisst. Deshalb helfen sie den Jugendlichen, in der Stadt oder Gemeinde selbstständig zu leben. Die BBW wollen auch die Leistungen für junge Menschen mit Behinderung bzw. Förderbedarf verbessern. Deshalb machen die BBW Modellprojekte und erproben neue Fördermethoden.

Der Leit-Spruch der BBW ist: "So inklusiv (= normal) wie möglich, so speziell wie nötig!".

Stand: Januar 2018