Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

Inhalt

in Urteilen und Gesetzen blättern

  • aktuelle Seite: Urteil

Angaben zum Urteil

Unfallversicherungsschutz - Umweg auf der Heimfahrt

Gericht:

LSG Essen


Aktenzeichen:

L 4 (2) U 50/02


Urteil vom:

05.09.2003



Ein Arbeitnehmer kann bei einem Unfall auf dem Heimweg auch dann unter Unfallversicherungsschutz stehen, wenn er nicht auf dem kürzesten Weg nach Hause gefahren ist.

Im strittigen Fall war ein Mann auf dem Nachhauseweg mit seinem Motorrad tödlich verunglückt. Er hatte jedoch nicht den kürzesten Weg, sondern eine Ausweichstrecke gewählt, um Baustellen und Stau zu umgehen. Die zuständige Berufsgenossenschaft hatte den Antrag seiner Witwe und seiner Stieftochter auf Hinterbliebenenversorgung mit der Begründung abgelehnt, dass der Mann nicht den kürzesten Weg genommen habe.

Das Landessozialgericht entschied nun, dass auch ein entfernungsmäßig längerer Heimweg von der Arbeit unter Versicherungsschutz steht. Bedingung ist, dass der eingeschlagene Weg weniger zeitaufwändig, sicherer, übersichtlicher, besser ausgebaut oder kostengünstiger als der entfernungsmäßig kürzeste Weg und der Arbeitnehmer die Wegstrecke nicht aus rein privaten Gründen gewählt hat.


Quelle:

SOZIALPORTAL



Referenznummer:

R/R1928


Weitere Informationen

Schlagworte:
  • Arbeitsweg /
  • Berufsgenossenschaft /
  • Hinterbliebenenversorgung /
  • Sozialgerichtsbarkeit /
  • Umweg /
  • Unfall /
  • Urteil /
  • Versicherungsschutz


Informationsstand: 03.05.2004

in Urteilen und Gesetzen blättern