Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Neueinstellung und Arbeitsplatzgestaltung für einen Produktionshelfer

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Unternehmen, das Kunststoffflaschen für Reinigungsmittel, Chemikalien und Kosmetika herstellt. Vor einigen Monaten stellte das Unternehmen einen Jugendlichen mit Schwerbehinderung ein.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine Lernbeeinträchtigung. Er ist nur eingeschränkt fähig Probleme und komplexe Sachverhalte schnell zu begreifen bzw. aufzufassen und entsprechend systematisch vorzugehen. Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Jugendliche absolvierte in einem Berufsbildungswerk (BBW) eine Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung. Vom Arbeitgeber wurde er als Produktionshelfer eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Als Produktionshelfer arbeitet der Jugendliche an drei Blasautomaten bzw. -maschinen zur Herstellung von Kunststoffflaschen. Zwei Maschinen sind mit einer Einrichtung zum automatischen Einpacken der Kunststoffflaschen in Kartons ausgestattet, so dass nur rechtzeitig die gefüllten Kartons abgezogen und leere Kartons bereitgestellt werden müssen. Die Bereitstellung beinhaltet auch das Aufstellen der vorgefalzten flachen Kartons auf ein kurzes Förderband. Eine der drei Maschinen verfügt nicht über eine automatische Verpackung, so dass hier die Flaschen permanent von Hand verpackt werden müssen.
Behinderungsbedingt ist der Mitarbeiter nicht in der Lage, die anfallenden Arbeiten an den Maschinen so zu koordinieren, dass nirgendwo ein Stillstand eintritt. Aus diesem Grund kommt es immer wieder vor, dass eine der Maschinen mit automatischer Verpackungseinrichtung durch die Steuerungsautomatik abgeschaltet wird, weil der volle Karton nicht rechtzeitig abgehoben wurde oder keine leeren Kartons bereitgestellt wurden. In solchen Fällen unterbricht der Mitarbeiter seine manuelle Verpackungstätigkeit, setzt die Maschine ohne automatische Verpackung still und verrichtet die erforderlichen Arbeiten an der jeweiligen Maschine mit automatischer Verpackungseinrichtung. Unter Einbeziehung einer Pufferstrecke an der Maschine mit manueller Verpackung stimmen die anderen Kollegen die Tätigkeiten so ab, dass keinerlei Leerlauf entsteht. Der Mitarbeiter erreicht durch seine mangelnde Koordinationsfähigkeit nicht die Arbeitsleistung seiner Kollegen. Der Arbeitgeber beabsichtigt deshalb die dritte Blasmaschine mit einem Verpackungsautomaten nachrüsten zu lassen. Während der Behebung eines Stillstandes bzw. Störung verpacken dann die anderen Maschinen weiter, so dass die Arbeitsleistung des Mitarbeiters ausreichend gesteigert wird.

Förderung:

Die Ausrüstung der dritten Blasmaschine mit einem Verpackungsautomaten wurde vom Integrationsamt gefördert. Der Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss über drei Jahre (100/80/80%) als Eingliederungshilfe, da der Jugendliche nach seiner Ausbildung zunächst arbeitslos war.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrationsämter.



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Referenznummer:

R/PB4312



Informationsstand: 28.03.2012