Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Eingliederung für einen Produktionshelfer bei einem Zulieferbetrieb

Unternehmen:

Das Unternehmen produziert als Zulieferer Metallelemente für Möbel bzw. Möbelhersteller.

Kommentar des Betriebsinhabers zur beruflichen Inklusion des Mitarbeiters:

Der Betriebsinhaber ist mit dem Mitarbeiter mit Behinderung sehr zufrieden und begründet dies mit den guten Leistungen und der Zuverlässigkeit des Mannes. Mittlerweile erhält er den Facharbeiterlohn und besitzt eigene Schlüssel für die Werkshallen. Durch überdurchschnittliches Engagement im Betrieb erwarb sich der Mitarbeiter das Vertrauen des Unternehmers, sodass er ihm sogar Führungsaufgaben übertrug.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Lernbeeinträchtigung. Er hat Einschränkungen beim Lernen sowie Merken und Schwierigkeiten durch eine Legasthenie beim Lesen sowie anfertigen von Schriftstücken.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte im Berufsbildungswerk (BBW) eine Ausbildung zum Fachpraktiker Holzverarbeitung. Da er nach der Ausbildung keine Festanstellung in seinem Beruf finden konnte, nahm er während seiner zweijährigen Arbeitslosigkeit verschiedene Aushilfstätigkeiten an. Während eines vierwöchigen Aushilfsjobs beim jetzigen Unternehmen fiel er durch gute Leistungen auf, sodass er fest als Produktionshelfer eingestellt wurde. Er arbeitete sich sehr gut ein und wurde vom Unternehmen zum Vorarbeiter ernannt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter wurde von den Kolleginnen und Kollegen ausführlich in seine Tätigkeit als Produktionshelfer in der Lackiererei eigearbeitet. Der Arbeitsablauf beginnt mit dem Entfetten der Arbeitsobjekte, entweder durch ein Tauchbad oder bei größeren Teilen durch Dampfstrahlen im Hof des Werksgeländes. Kleine Werkstücke werden in einen Metallkorb gelegt, zur Eintauchbühne der Tauchbadanlage getragen, per Knopfdruck in das Bad herabgelassen und wieder herausgehoben. Im Anschluss werden sie an den Transportgittern befestigt, bei großen Teilen werden die Spritzgitter abgehängt und mit Hilfe von Drähten an den Transportmitteln befestigt. Zu schützende Teile wie z. B. Gewinde, müssen zuvor abgeklebt bzw. Innengewinde durch Eindrehen von Schrauben abgedeckt werden. In der Lackierzone werden die Werkstücke wechselseitig lackiert. Hierbei verhindern zwei direkt hinter dem Transportgitter angeordnete, wasserbespülte Wände mit Ablagerungsbecken das Ausbreiten des Sprühnebels wie beim herkömmlichen Lackieren. Ebenfalls absorbiert eine nachgeschaltete Abzugsanlage durch den Prozess freigesetzte Partikel. Im Anschluss werden die Arbeitsobjekte in den Trockenofen, welcher je nach Anforderung zeitlich temperiert wird, zum Trocknen transportiert und nach einem Signalton zur Abkühlzone weiterbefördert. Dort werden sie vom Transportwagen abgenommen und verpackt. Das Vorbereiten und Verpacken kleiner Werkstücke nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch als das Lackieren.
Der Produktionshelfer arbeitete sich so gut in seinen Bereich ein, dass der zum Vorarbeiter beförderte wurde.

Förderung und Mitwirkung:

Das Unternehmen erhielt von der Arbeitsagentur eine Eingliederungshilfe als Lohnkostenzuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und auch Einrichtungen, die Menschen mit Behinderung ausbilden.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • MELBA - Schreiben


Referenznummer:

R/PB2023



Informationsstand: 14.01.2021