Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Beruf für einen Jugendlichen als Produktionshelfer

Arbeitgeber:

Das mittelständische Unternehmen konstruiert sowie fertigt unterschiedliche Fertighäuser und stellt diese auf. Der Arbeitgeber stellte einen Jugendlichen aus einer Förderschule nach einem Praktikum ein. Zur Einstellung kam es u. a. über einen Integrationsfachdienst (IFD), zu dessen Aufgaben beispielsweise die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung für den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Teilhabe des Mitarbeiters:

Eine Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis war möglich, da der Mitarbeiter selbständig in der Produktion an Maschinen eingesetzt werden konnte.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine Lernbeeinträchtigung. Die Lernbeeinträchtigung führt zu Einschränkungen beim Lernen und Merken sowie zur Verringerung der Auffassung und des Verstehens von komplexen Sachverhalten. Er benötigt deshalb für das Lernen und Merken mehr Zeit und ein entsprechendes Training.

Übergang Schule - Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Er konnte danach vom Integrationsfachdienst für ein Praktikum an das Unternehmen vermittelt werden. Im Rahmen des einjährigen Langzeit-Praktikums konnte er mit Hilfe des Integrationsfachdienstes und der Kollegen verschiedene Tätigkeiten schrittweise und unter Anleitung erlernen, wie das Streichen von Hölzern, das Aufräumen der Produktionshallen und das Sauberhalten des Außenbereiches. Da dies vom Arbeitsinhalt aber nicht ausreichte für eine feste Anstellung nach dem Praktikum, wurde vom Integrationsfachdienst ein freiberuflicher Jobcoach eingeschaltet, der speziell durch ein Betriebliches Arbeitstrainings bzw. Job-Coaching den Jugendlichen mit Unterstützung eines betrieblichen Paten das Arbeiten an der Schleifmaschine und Kreissäge in der Produktion beibringen konnte. Dabei wurden dem Jugendlichen auch die entsprechenden Arbeitsabläufe zum Schleifen und Sägen der Hölzer vom Jobcoach vermittelt. Der Jobcoach informierte sich dazu über die Produktionsabläufe und analysierte diese zwecks Vereinfachung und Konzeption des Trainings.
Um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden, wurden alle Maßnahmen zur Arbeitssicherheit einfach erklärt und ausführlich sowie sorgfältig geübt. Anschließend wurde an den Maschinen trainiert. Zum besseren Verständnis der Arbeitsschritte und Reihenfolge wurde deshalb zunächst das Zuschneiden der Profilhölzer an Dachlatten geübt. Dazu wurde ein einfaches Nummerierungssystem eingeführt. Zur Beachtung der Reihenfolge und Vorgaben (Maße) wurden die Dachlatten wie später auch die Profilhölzer an den Stirnseiten farbig nach Auftragsliste mit Zahlen markiert.
Mit Hilfe des Jobcoaches und der Unterstützung durch den betrieblichen Paten entwickelte der Jugendlichen auch einen besseren Kontakt zu den Kollegen und ein besseres Verständnis über den gesamten Produktionsablauf. Nach dem Betrieblichen Arbeitstraining und Langzeit-Praktikum wurde der Jugendliche vom Arbeitgeber fest als Produktionshelfer eingestellt.

Förderung und Mitwirkung:

Die Teilhabe des Jugendlichen am Arbeitsleben wurde durch die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber mit Integrationsfachdienst und Jobcoach ermöglicht. Die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes und Jobcoaches wurden vom Integrationsamt gefördert. Der Arbeitgeber erhielt im Rahmen eines Sonderförderprogrammes durch das Integrationsamt eine monetäre Förderung zur Einstellung und Eingliederung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter und der Integrationsfachdienste.



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REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramm



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Pb/110952



Informationsstand: 04.01.2017