Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen zum Ausbildungsvertrag

Arbeitgeber:

Das Unternehmen beschäftigt 15 Mitarbeiter und ist spezialisiert auf Behältermanagement sowie Verpackungslogistik.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration des Mitarbeiters:

"Der Mitarbeiter leistet tolle Arbeit und ist aus meinem Betrieb nicht mehr wegzudenken. Ohne die Unterstützung im schulischen Bereich wäre es für ihn schwierig, den Abschluss zu schaffen. Aber so gehe ich fest davon aus, dass es klappt."

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Lernbeeinträchtigung. Er hat Einschränkungen beim Lernen sowie Merken und benötigt Unterstützung beim Verstehen theoretischer Lerninhalte.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Nach Abschluss der Förderschule mit Förderschwerpunkt Lernen fehlte dem Mann die notwendige Reife für eine berufliche Tätigkeit. Er besuchte deshalb zunächst eine berufsfördernde Bildungsmaßnahme. Nach dem Besuch der Bildungsmaßnahme wurde er behinderungsbedingt von der Arbeitsagentur wegen fehlender Schlüsselqualifikationen an eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vermittelt. Im Rahmen des dreimonatigen Eingangsverfahrens in der WfbM wurde zunächst ermittelt für welche Tätigkeiten er eingesetzt werden kann und dementsprechend eine berufliche sowie persönliche Förderung festgelegt. Nach dem Eingangsverfahren wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang die praktischen Fähigkeiten, die Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung geschult sowie gefördert. Im Anschluss erfolgte eine weitere Beschäftigung im Arbeitsbereich bzw. im Lagerbereich der WfbM. Er fühlte sich dort allerdings unterfordert und es Wuchs der Wunsch nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Nach fünf Jahren in der WfbM und dem Erwerb der erforderlichen Schlüsselqualifikationen, konnte er mit Hilfe des Integrationsberaters der WfbM für ein Praktikum an ein Lager für Fahrzeugteile vermittelt werden. Dort konnte der Mann jedoch nicht nach Abschluss des Praktikums eingestellt werden, da kein Personalbedarf vorhanden war. In einem weiteren zweimonatigen Praktikum bei seinem jetzigen Arbeitgeber konnte er sich weiterentwickeln und durch seine Leistungen überzeugen, so dass ihm vom Arbeitgeber sogar ein Ausbildungsplatz zum Fachlageristen angeboten wurde. Während der gesamten Zeit und vor allem am Anfang der Berufsausbildung wurde der Mann vom Integrationsberater der WfbM begleitet, der sich mit dem Arbeitgeber und den Fachlehrern der Berufsschule austauschte. Beim Arbeiten im Betrieb bzw. beim Erlernen der praktischen Ausbildungsinhalte benötigt der Mann keine zusätzliche Hilfe. Für das Erlernen der theoretischen Inhalte in der Berufsschule benötigt der Mann jedoch die Unterstützung eines Nachhilfelehrers mit dem er die Unterrichtsinhalte nacharbeitet. Seitdem schreibt er gute Noten, ist motivierter in der Berufsschule und das Bestehen der Abschlussprüfung ist für ihn ohne Probleme möglich.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Als Auszubildender zum Fachlageristen kontrolliert der Mann beispielsweise den Warenein- und ausgang, stellt Produkte nach Auftrag zusammen und etikettiert Lieferungen.

Eigendarstellung des Mitarbeiters zur beruflichen Integration:

"Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Die praktische Arbeit bereitete mir kein großes Problem, nur vor der Berufsschule hatte ich Angst. Aber ich bekam einen netten Nachhilfelehrer, der mir viel beibringt. Heute finde ich Lernen nicht mehr blöd."

Förderung und Mitwirkung:

Der Nachhilfeunterricht, ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und eine Ausbildungsprämie wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Förderung durch das Integrations- bzw. Inklusionsamt wurde dabei durch spezielle Förderprogramme ermöglicht.
Die Vermittlung bzw. Platzierung beim Arbeitgeber und die erforderliche Betreuung zu Beginn erfolgten durch den Integrationsberater der WfbM.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



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REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramme



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Referenznummer:

Pb/110762



Informationsstand: 03.07.2015