Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Hilfskraft in einem Großhandelsunternehmen

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Großhandelsunternehmen mit einem Online-Shop für Theater- sowie Artistikbedarf, Spiel- sowie Bewegungsmaterialien und Scherzartikel. Das Großhandelsunternehmen beschäftigt 10 Mitarbeiter und stellte eine Frau mit besonderem Unterstützungsbedarf ein. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Ohne die Betreuung durch den Integrationsfachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da der Arbeitgeber nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte die Frau individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Lernbeeinträchtigung. Behinderungsbedingt hat sie Schwierigkeiten beim Lernen und Merken. Sie benötigt daher Unterstützung und mehr Zeit, um Zusammenhänge sowie Aufgaben zu verstehen und zu lernen.

Übergang Schule - Werkstatt für behinderte Menschen - Beruf:

Die Frau besuchte eine Förderschule. Nach der Förderschule wechselte sie an ein Berufsbildungszentrum und absolvierte dort eine einjährige Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) in Form eines Berufsvorbereitungslehrganges im Bereich Hauswirtschaft, um bessere Voraussetzungen und Grundkenntnisse für den späteren Beruf zu erwerben. Im Anschluss daran wurde die Frau von der Arbeitsagentur an eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vermittelt, wo sie drei Jahre lang in der Kantine arbeitete. Zum Ende der drei Jahre ging die werdende Mutter in die Elternzeit. In diesem Zeitraum erkundigte sie sich auch nach alternativen zur Beschäftigung in der WfbM. Als sie vom Integrationsfachdienst erfuhr nahm sie Kontakt zu diesem auf und wurde nach der Elternzeit in vier Praktika vermittelt. Dabei absolvierte sie auch ein Praktikum bei ihrem jetzigen Arbeitgeber. Während des Praktikums wurde sie mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining direkt am Arbeitsplatz an die auszuführenden Tätigkeiten als Hilfskraft für die Montage und Verpackung herangeführt. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Frau berücksichtigt. Nach dem Praktikum bzw. Ende des Arbeitstrainings erhielt die Frau einen Arbeitsvertrag auf Teilzeitbasis.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Hilfskraft montiert und verpackt an ihrem Arbeitsplatz die von den Kunden bestellte Ware.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Für den Arbeitsweg nutzt die Frau selbständig die öffentlichen Verkehrsmittel.

Förderung und Mitwirkung:

Der für die Frau neu geschaffene Arbeitsplatz wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt mit einem Investitionskostenzuschuss zur Anschaffung der erforderlichen Arbeitsplatzausstattung gefördert. Die Arbeitsagentur zahlte dem Arbeitgeber zusätzlich einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe und förderte die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes. Die Beantragung der Fördermittel erfolgte dabei mit Hilfe des Integrationsfachdienstes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Arbeitsagenturen und die Kontaktdaten zu Integrationsfachdiensten.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

Pb/110731



Informationsstand: 28.07.2015