Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Küchenhilfe in einem Kindergarten

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Kindergarten, der eine Jugendliche mit einem besonderen Unterstützungsbedarf eingestellt hat. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Ohne die Betreuung durch den Fachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da der Kindergarten nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte die Jugendliche individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen. Durch den Einsatz bzw. die Einstellung der Jugendlichen konnte das Fachpersonal entlastet werden und sich mehr mit den eigentlichen Kernaufgaben bzw. der Kinderbetreuung befassen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Jugendlichen:

Die Jugendliche hat eine Lernbeeinträchtigung. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie Einschränkungen beim Lernen und Merken. Sie benötigt daher Unterstützung und mehr Zeit, um Zusammenhänge sowie Aufgaben zu verstehen und zu lernen.

Übergang Schule - Beruf:

Schon während des Besuches der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung kam der Kontakt über eine Lehrerin zum Integrationsfachdienst zu Stande. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Jugendliche vom Integrationsfachdienst betreut und in verschiedene Praktika vermittelt. Unter anderem absolvierte sie auch ein längeres Praktikum in der Küche bei ihrem jetzigen Arbeitgeber. Im Rahmen des Praktikums wurde sie mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining zur beruflichen Bildung direkt am Arbeitsplatz qualifiziert und eingearbeitet. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit als Küchenhilfe beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Jugendlichen berücksichtigt. Nach dem Praktikum bzw. Ende des Arbeitstrainings erhielt die Jugendliche einen Arbeitsvertrag auf Teilzeitbasis, so dass sie direkt nach dem Verlassen der Schule an ihren Arbeitsplatz wechseln konnte. Die Einstellung basierte dabei im Wesentlichen auf die erworbenen bzw. vorhandenen beruflichen Fertigkeiten, der positiven Arbeitseinstellung und dem guten Kontakt zu den Kollegen sowie Kindern.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Jugendliche arbeitet überwiegend in der Küche als Helferin und ist dort u. a. für die Essensvorbereitung und die Wäsche zuständig. Mittlerweile gehören aber auch einfache Bürotätigkeiten, wie das Kopieren, zu ihren Aufgaben.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Mit der Jugendlichen wurde vom Job-Coach auch ein Mobilitäts- bzw. Fahrtraining durchgeführt, damit sie ihren Arbeitsweg selbständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann.

Förderung und Mitwirkung:

Der für die Jugendliche neu geschaffene Arbeitsplatz wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt mit einem Investitionskostenzuschuss zur Anschaffung einer Küche gefördert. Außerdem erhält der Arbeitgeber vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich). Von der Arbeitsagentur wurde zusätzlich an den Arbeitgeber ein Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe gezahlt. Die Beantragung der Fördermittel erfolgte dabei mit Hilfe des Integrationsfachdienstes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Arbeitsagenturen und die Kontaktdaten zu Integrationsfachdiensten.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Teilzeitarbeit /
  • Übergang Schule-Beruf /
  • Unterstützte Beschäftigung /
  • Verkehrsmittel benutzen

  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Selbständigkeit /
  • IMBA - Umstellung /
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  • MELBA - Umstellung


Referenznummer:

Pb/110722



Informationsstand: 27.07.2015