Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Dropout in der Berufsausbildung - eine kritische Bestandsaufnahme der Situation im Berufsbildungswerk Würzburg als Erbringer beruflicher Rehabilitationsleistungen

Die Berufsbildungsstatistik erfasst seit den 1980er Jahren vorzeitige Vertragslösungen in der Berufsausbildung. Unter diesem Aspekt wird "wertfrei" die vorzeitige Beendigung eines Ausbildungsvertragsverhältnisses subsumiert, wobei Ursachen sowie die für diesen Schritt impulsgebende Vertragsseite offenbleiben. Gemäß dem aktuell vorliegenden Datenpanel wurde etwa jedes vierte Ausbildungsverhältnis bundesweit vorzeitig gelöst; unklar bleibt dabei der weitere berufliche Bildungsverlauf dieser jungen Menschen und ob es sich um ein längerfristiges Ausscheiden aus der beruflichen Erstqualifikation handelt. Besonders betroffen sind hiervon Jugendliche, die höchstens einen Hauptschulabschluss mitbringen und in Berufen des Handwerks und der Hauswirtschaft einen Berufsabschluss anstreben. Risikofaktoren sind u.a. vorangegangene negative Lernerfahrungen, das Geschlecht sowie ein sozioökonomisch belastetes Lebensumfeld. Der zeitliche Schwerpunkt der Vertragslösung manifestiert sich im ersten Ausbildungsjahr.

Das Berufsbildungswerk Würzburg bietet als Einrichtung der beruflichen Rehabilitation Maßnahmen der Berufsvorbereitung sowie der Berufsausbildung an. Als Zielgruppe wendet sich die Einrichtung neben Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen verstärkt der Personengruppe mit psychischen Erkrankungen zu. Hinsichtlich des Dropouts aus der Berufsausbildung innerhalb der Berufsbildungswerke liegen bis dato noch keine systematischen umfassenderen Analysen vor. Unter einem Dropout wird hierbei die vorzeitige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses verstanden, welche von unterschiedlichen Seiten initiiert werden kann.

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur Analyse dieses Phänomens im Berufsbildungswerk Würzburg zu leisten, verbunden mit daraus abgeleiteten Empfehlungen. Darüber hinaus können die exemplarischen Erkenntnisse auch in die bundesweite Diskussion zur beruflichen Ersteingliederung von Rehabilitanden eingebracht werden.

Methodik
Das Forschungsvorhaben gliedert sich in mehrere Phasen, welche sich an den Standards empirischer Sozialforschung orientieren. Dabei folgt die Konzeption und Analyse einem mixed-method-Design.

1. Entwicklung eines Theoriegerüsts für mögliche Risikofaktoren der vorzeitigen Vertragslösung bzw. des Dropouts aus der beruflichen Bildung anhand des aktuelles Forschungsstands. Besonderer Augenmerk liegt auf organisationalen Rahmenbedingungen, wie dem sozialrechtlichen Leistungsdreieck (Leistungsträger, Leistungserbringer & RehabilitandIn) sowie spezifischen Merkmalen der Zielgruppen des Berufsbildungswerks.
2. Quantitative sowie qualitative Dokumentenanalyse bereits erfolgter Dropouts der letzten vier Ausbildungsjahrgänge.
3. Schriftliche Fragebogenstudie mit Auszubildenden im ersten Lehrjahr 2019/20 zu deren individuellem ‚Dropoutpotential‘. Hierzu werden sowohl Skalen evaluierter psychologischer Testverfahren verwendet als auch selbst entwickelte Items eingesetzt. Ergänzt wird dies durch die Fremdeinschätzung der jeweils zuständigen AusbilderInnen, SozialpädagogInnen sowie Prozessverantwortlichen.
4. Empfehlungen für die Prävention sowie ggf. konstruktive Gestaltung möglicher Dropoutprozesse auf Basis der Ergebnisse. Zugleich wird hiermit ein Beitrag zur Organisationsentwicklung als ganzheitlichem Prozess geleistet.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

15.04.2019


Abschluss:

15.04.2021


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Caritas-Don Bosco gGmbH Würzburg



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125972


Informationsstand: 24.11.2020