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Förderprojekte und Initiativen im Übergangsfeld Schule-Beruf / Nordrhein-Westfalen

Bunte Figuren sitzen an einem runden Tisch.
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(kn) Auf dieser Seite finden pädagogische und beratende Fachkräfte Hinweise auf Projekte und Initiativen zum Übergang Schule-Beruf, die Anregungen für den Schul- und Arbeitsalltag in Nordrhein-Westfalen sein können.

Aktion 100 zusätzliche Ausbildungsplätze in Nordrhein-Westfalen

Würfel bilden das Wort Azubis
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Die Aktion "100 zusätzliche Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche’’ führt das NRW-Arbeitsministerium gemeinsam mit der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit durch. Im Rahmen der Aktion werden in der Regel zwei- bis dreieinhalbjährige Ausbildungen gefördert – mit dem Ziel einer anschließenden Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Lernorte sind die Betriebe, die Berufskollegs sowie die an der Aktion beteiligten Bildungsträger.

Für die Durchführung der Ausbildung sind Träger der Beruflichen Bildung verantwortlich. Sie beraten die Jugendlichen in ihrer Berufswahl, schließen mit ihnen den Ausbildungsvertrag ab, stellen ihnen einen Ausbildungscoach an die Seite, koordinieren die Ausbildung an den verschiedenen Lernorten und führen individuellen Stütz- und Förderunterricht durch.

Die praktische Ausbildung erfolgt überwiegend in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts, um die Wirtschaftsnähe der Ausbildungen zu gewährleisten. Die beteiligten Betriebe werden von den Bildungsträgern bei der behindertengerechten Ausbildung beraten und während der gesamten Ausbildungszeit unterstützt.

3. Weg in der Berufsausbildung in NRW

Der 3. Weg richtet sich an ausbildungs- und arbeitswillige Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer persönlichen und schulischen Voraussetzungen derzeit und absehbar trotz der vorhandenen Fördermaßnahmen im Rahmen der bestehenden Regelausbildungssysteme keine berufliche Ausbildung mit den dazugehörigen Abschlüssen erwerben werden. Ziel ist die Vermittlung beruflicher Handlungsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit und die Hinführung zu einer regulären beruflichen Zwischen- und Abschlussprüfung bei der zuständigen Stelle.

ILJA – Integration von lernbehinderten Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit

Problem-Lösung
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Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat zusammen mit Vertretern des Arbeits- und des Schulministeriums, der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, der kommunalen Spitzenverbände, der Optionskommunen und der G.I.B. (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung) ein Konzept zur Förderung lernbehinderter Jugendlicher entwickelt. Dieses Konzept mit dem Titel „ILJA – Integration lernbehinderter Jugendlicher in Ausbildung und Arbeit in Nordrhein-Westfalen“ verfolgt das Ziel, dass alle Jugendlichen entweder direkt oder nach vorbereitenden Maßnahmen wie beispielsweise in Jugendwerkstätten, durch ein Werkstattjahr oder auch eine Einstiegsqualifizierung schließlich eine Berufsausbildung bekommen.

Initiative Inklusion

Das Programm "Initiative Inklusion" des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist Teil des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Das Programm will mehr Ausbildung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen erreichen. Erstes von vier Zielen ist die Förderung der beruflichen Orientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler.

In den einzelnen Bundesländern wird die Initiative in Kooperation mit den zuständigen Ministerien in den Jahren 2011 bis 2018 umgesetzt.

Ab 2018 / nach Auslaufen der Modellprojekte zur Förderung der Berufsorientierung im Rahmen der Initiative Inklusion:

Im Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist geplant, Jugendliche mit Behinderung während der beruflichen Orientierung schwerbehinderten Menschen gleichzustellen (§ 151 Absatz 4 BTHG-Entwurf). Dadurch wäre es möglich, Ausgleichsabgabemittel der Integrationsämter für SchulabgängerInnen zu nutzen.

Inklusionsberatung bei den Kammern

In den meisten Bundesländern bieten verschiedene Handwerks-, Industrie- und Handelskammern und Landwirtschaftskammern im Rahmen von Projekten Inklusionsberatung an. Dazu gehört in der Regel die Beratung für Betriebe zum Thema Ausbildung, Praktikum, Übergang Beruf von jungen Menschen mit Behinderung. Kammern mit Inklusionsberatung finden Sie im REHADAT-Portal Adressen und Angebote.

Kein Abschluss ohne Anschluss

Das Programm "Kein Abschluss ohne Anschluss" soll Schulabgängerinnen und Schulabgängern ohne Abschluss eine Perspektive geben. Es besteht aus einer Berufsorientierung und Berufsberatung in der Sekundarstufe I, einer Systematisierung und Straffung des Überganbereiches, einer verstärkten Einbindung der Kommunen und einem Versuch, die Wirtschaft für mehr Ausbildungsanstrengungen zu gewinnen.

Netzwerk Berufswahl-SIEGEL

Stilisiertes Männchen mit grünem großen Ok-Haken
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Das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL wird getragen von einem Bündnis aus Politik, Schulen, Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Gemeinschaftsinitiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgezeichnete Berufsorientierung an Schulen nach außen sichtbar zu machen und systematisch zu verbessern.

Das Berufswahl-SIEGEL wird in 22 Regionen in 10 Bundesländern vergeben, darunter auch in Nordrhein-Westfalen. Verschiedene Trägerinstitutionen führen vor Ort das Berufswahl-SIEGEL durch. Dazu zählen Verbände und Kammern, Schulbehörden und Lehrerfortbildungsinstitute, Ministerien und kommunalpolitische Einrichtungen sowie Stiftungen und Forschungsinstitute. Über 1.160 Schulen bundesweit wurden mit dem SIEGEL ausgezeichnet.

STAR - Schule trifft Arbeitswelt - Integration schwerbehinderter Jugendlicher

Seit Dezember 2009 führen die beiden Landschaftsverbände LVR und LWL, gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW (MAIS) in enger Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit NRW (RD) das Projekt STAR - Schule trifft Arbeitswelt - durch.

Ziel von STAR ist es, die Chancen einer beruflichen Eingliederung für (schwer-)behinderte Schülerinnen und Schüler auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen. Die Zielgruppen von STAR sind Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen und Sprache, sowohl in der Förderschule als auch in der Regelschule. Um die berufliche Integration zu verbessern, setzt STAR darauf, den individuell bestmöglichen Übergang von der Schule in den Beruf zu organisieren. Die Begleitung der Jugendlichen beginnt deshalb bereits drei Jahre vor der Schulentlassung und umfasst eine verbindliche Berufswegeplanung.

Tipp:

Nutzen Sie auch die Seite mit bundesweit relevanten Projekten. Einige der dort genannten Programme und Initiativen werden in allen Bundesländern durchgeführt.