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Welche finanziellen Leistungen gibt es?

Ausbildung in einem Betrieb

Foto von Euro Geldscheinen und Münzen
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(ku) Wenn du eine Ausbildung in einem Betrieb machst, bekommst du eine Ausbildungsvergütung. Die Höhe des "Lehrgeldes" ist in deinem Ausbildungsvertrag festgelegt und erhöht sich von Lehrjahr zu Lehrjahr. Wie viel du während deiner Ausbildung verdienst, hängt von dem Beruf ab, den du erlernst. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) hat eine Liste erstellt, aus der hervorgeht, wie viel im Durchschnitt in den Ausbildungsberufen gezahlt wird.

  • Link öffnet in neuem Fenster: BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung, Übersicht AusbildungsvergütungBIBB Bundesinstitut für Berufsbildung
    Das BiBB veröffentlicht eine aktuelle Übersicht über die durchschnittliche Ausbildungsvergütungen pro Beruf. Es gibt eine Übersicht über Berufe in West- und in Ostdeutschland.

Ausbildung in einer beruflichen Rehabilitationseinrichtung

Jugendliche vor einem ausgebauten Computer, Foto
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Wenn du eine Erstausbildung in einem Berufsbildungswerk oder in einer vergleichbaren Einrichtung machst, erhältst du ebenfalls eine Ausbildungsvergütung. Es wird hier zwischen dem Ausbildungsgeld und der Berufsausbildungsbeihilfe unterschieden. Was für dich in Frage kommt, entscheiden die Berater und Beraterinnen bei der Agentur für Arbeit. Wichtig ist, dass auch während deiner Ausbildung in einer beruflichen Rehabilitationseinrichtung dein Lebensunterhalt gesichert ist.

Die Kosten für die Ausbildung übernimmt der für dich zuständige Rehabilitationsträger. Meistens ist dies die Agentur für Arbeit. Dort muss auch ein Antrag auf "Leistungen zur beruflichen Teilhabe" gestellt werden. Die Berater und Beraterinnen in den Reha-Teams der Agentur für Arbeit helfen dir weiter.

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die Berufsausbildungsbeihilfe ist eine staatliche Förderung und wird für Ausbildungen und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen gezahlt. Die Berufsausbildung kann in einem Betrieb stattfinden oder in einer beruflichen Rehabilitationseinrichtung. Wichtig ist, dass die Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf absolviert wird.

In der Regel wird nur eine Erstausbildung gefördert. Es gibt einige Sonderfälle, zum Beispiel, wenn die erste Ausbildung nicht bis zum Ende abgeschlossen wurde. In jedem Fall ist es erforderlich, dass bereits ein Ausbildungsvertrag unterzeichnet wurde, bevor man Berufsausbildungsbeihilfe beantragen kann (beantragt wird bei der Agentur für Arbeit).

Der Zweck der Berufsausbildungsbeihilfe liegt darin, eine finanzielle Grundlage zu gewähren, falls die Ausbildungsstätte zu weit von den eigenen Eltern entfernt liegt und deshalb eine eigene Haushaltsführung nötig wird.

Für behinderte oder gleichgestellte Auszubildende gelten einige Besonderheiten:

  • Die  Berufsausbildungsbeihilfe kann auch während einer Sonderausbildung gezahlt werden.
  • Eine Förderung durch die Berufsausbildungsbeihilfe erfolgt auch bei einer Verlängerung der Ausbildungszeit, einer kompletten oder teilweisen Wiederholung der Ausbildung sowie einer Zweitausbildung, wenn die Art oder Schwere der Behinderung es erfordern und ohne die Förderung eine dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben nicht erreicht werden kann.
  • Der Anspruch auf  Berufsausbildungsbeihilfe besteht auch, wenn du im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnst.

Die Bewilligung hängt von vielen Faktoren ab. Informiere dich rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit, denn die Anträge werden lange geprüft. Die Berufsausbildungsbeihilfe muss nicht zurück gezahlt werden.

Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe hängt von deinem individuellen Bedarf ab:

  • Gesamtbedarf der Ausbildung oder berufsvorbereitenden Maßnahme
  • anzurechnendes Einkommen (nur bei Berufsausbildung)
  • Einkommen der Eltern oder des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin 
  • Freibeträge

Das Ausbildungsgeld

Das Ausbildungsgeld wird auch von der Agentur für Arbeit gezahlt und orientiert sich an den Regeln der Berufsausbildungsbeihilfe. Voraussetzung ist, dass du eine Behinderung hast. Das Ausbildungsgeld wird für eine berufliche Ausbildung und auch für eine  berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen gezahlt. Hinzu kommen noch vorbereitende Maßnahmen oder Maßnahmen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung wo ermittelt wird, für welche Art der Ausbildung du dich eignest (Eignungsabklärung). Darüber hinaus besteht der Anspruch auf Ausbildungsgeld auch während einer betrieblichen Qualifizierung im Rahmen einer Unterstützten Beschäftigung. Das Ausbildungsgeld muss nicht zurück gezahlt werden.

Das Übergangsgeld

Das Übergangsgeld steht ebenfalls nur Menschen mit Behinderung zur Verfügung und wird auch von der Agentur für Arbeit gezahlt. Du hast dann Anspruch auf Übergangsgeld, wenn du die Übergangszeit erfüllt hast und an einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung, der Berufsausbildung oder der Berufsvorbereitung oder einer wegen Behinderung erforderlichen Grundausbildung teilnimmst. Die Übergangszeit hast du dann erfüllt, wenn du in den letzten drei Jahren mindestens 12 Monate versicherungspflichtig gearbeitet hast (also einen Arbeitslohn erhalten hast) oder anders einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe erworben hast. Auch hier helfen dir die Berater und Berterinnen der Agentur für Arbeit weiter.