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Nachteilsausgleiche

Zwei rote Kugel balancieren auf einer Wippe.
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(ku) Je nachdem, welche Beeinträchtigung du hast, hast du einen Anspruch auf Nachteilsausgleiche in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.

Auch während deiner Ausbildung kannst du gewisse Nachteilsausgleiche bekommen. Um Nachteilsausgleiche zu erhalten, benötigst du keinen Schwerbehindertenausweis. Allerdings werden meistens ärztliche, psychologische oder andere amtliche Stellungnahmen verlangt.

Nachteilsausgleiche bei Prüfungen

Vor der  Zwischen- oder Abschlussprüfung wird festgelegt, durch welche besonderen Maßnahmen deine Belange berücksichtigt werden können. Grundsätzlich gilt, dass durch Nachteilsausgleiche die fachlichen und qualitativen Anforderungen an die Prüfungsteilnehmer nicht verringert werden dürfen. Dies bedeutet, dass du immer den selben Prüfungsinhalt hast, wie auch deine Kollegen. Auch bedeutet ein Nachteilsausgleich nicht, dass du wegen deiner Behinderung besser beurteilst wirst. 

 

Die Beantragung

drei verschieden farbige Smilies, unter grünem lachendem Smilie ist ein Häkchen gesetzt
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DIe Bewilligung von Nachteilsausgleichen ist immer eine Einzelfallentscheidung. Es wird also geguckt, was genau für dich persönlich gilt, erst dann wird entschieden. Der Antrag auf Bewilligung erfolgt bei der für dich zuständigen Kammer (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer oder Landwirtschaftskammer). Die zuständige Kammer entscheidet auch, ob und welche Möglichkeiten gewährt werden. Der Antrag muss rechtzeitig vor der Prüfung – spätestens jedoch mit dem Antrag auf Prüfungszulassung – bei der für dich zuständigen Kammer gestellt werden.

Meistens musst du folgende Informationen und Unterlagen einreichen:

Frage aber unbedingt rechtzeitig bei deiner Kammer nach, was du tatsächlich besorgen musst.

1. Das Antragsschreiben sollte erhalten:

  • Name und Anschrift
  • Bezeichnung des Ausbildungsberufes
  • Name und Ort des Ausbildungsbetriebs bzw. der beruflichen Einrichtung
  • Prüfungstermin
  • Beschreibung der Behinderung
  • konkrete Bezeichnung des gewünschten Nachteilsausgleichs (z. B. benötigte technische Hilfsmittel, Angabe über eine Verlängerung der Prüfungsdauer)
  • deine Unterschrift

2. Eine Bescheinigung eines Arztes oder Psychologen in allgemeinverständlicher Form sollte enthalten:

  • Beschreibung der Behinderung
  • Beschreibung der behinderungsbedingten allgemeinen Fähigkeitsbeeinträchtigungen z. B. Verminderung der Wahrnehmung, Beeinträchtigung der Motorik, Verminderung der Lese- und Schreibgeschwindigkeit
  • Es sollte nach Möglichkeit aufgezeigt werden, wie der Nachteilsausgleich der Behinderung erfolgen soll, z. B. Verlängerung der Prüfungsdauer, Einsatz technischer Hilfsmittel.

3. Mindestens eine Stellungnahme von einer der nachfolgenden Einrichtungen:

  • Ausbildungsbetrieb
  • Berufsschule
  • Bildungsträger

Die Stellungnahme soll die Begründung für die gewünschten Maßnahmen enthalten. Die sollten sich aus den gemachten Erfahrungen während der Ausbildungszeit ergeben. Die Maßnahmen müssen gemäß den jeweiligen Prüfungsanforderungen beschrieben werden, möglichst je Prüfungsfach.