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Betriebliche Ausbildungen

Stilisiertes Männchen mit roter Arbeitermütze, Schraubenschlüssel und rotem Werkzeugkoffer
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(ku) Was genau man unter einer betrieblichen Ausbildung versteht, ist im Berufsbildungsgesetz festgelegt. Damit eine Berufsausbildung von allen anerkannt wird, müssen einige Regeln eingehalten werden. Es gibt unterschiedliche Berufe mit unterschiedlichen Ansprüchen. Derzeit sind es 329 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe (Stand 2013). Sie zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie im Betrieb und in der Berufsschule stattfinden und die Auszubildenden zur Belegschaft gehören, sie sind also sozialversicherungspflichtig angestellt. Regel- und Fachpraktikerberufe sind beides anerkannte Ausbildungsberufe, die mit einer Kammerprüfung abschließen (Gesellenbrief/Gesellinnenbrief, Facharbeiterbrief/Facharbeiterinnenbrief).

Wichtig ist, dass eine betriebliche Ausbildung die Regel sein soll. Jugendliche, die spezielle Hilfen brauchen, können während ihrer Ausbildung unterstützt und gefördert werden. Wenn du also eine Behinderung hast, bekommst du entsprechende Hilfen angeboten, damit du keine Nachteile am Arbeitsplatz oder auch bei Prüfungen hast. Sollte sich während der Ausbildung herausstellen, dass die Ausbildung aufgrund einer Behinderung doch nicht möglich ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Abschluss in einem Fachpraktikerberuf/Fachpraktikerinnenberuf gemacht werden.

Zweijährige Ausbildungen: mehr Praxis, weniger Theorie

Auf einer Schultafel steht Schule durchgestrichen mit Häkchen als erledigt und Ausbildung mit weiterführendem Pfeil
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Es gibt einige Berufe, die du auch in zweijährigen Ausbildungen erlernen kannst. Diese Ausbildungen sind dann für dich interessant, wenn deine Fähigkeiten eher in der praktischen Arbeit liegen und nicht so sehr in der Theorie. In den zweijährigen Ausbildungsberufen finden besonders viele Jugendliche ohne Schulabschluss eine Lehrstelle. Aber auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss finden hier doppelt so häufig eine Lehrstelle wie bei den längeren Ausbildungen.

Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du einen Facharbeiterbrief/ Facharbeiterinnenbrief oder einen Gesellenbrief/Gesellinnenbrief. Falls du danach doch noch Interesse hast, den Abschluss der dreijährigen Ausbildung zu machen, kannst du noch ein Jahr dranhängen.

  • Link öffnet in neuem Fenster: planet-beruf.de, zweijährige Ausbildungenzu den zweijährigen Ausbildungsberufen
    planet-beruf.de gibt einen guten Überblick über die zweijährigen Berufsausbildungen. Hier kannst du auch im Selbstcheck testen, ob eine zweijährige Ausbildung für dich in Frage kommt.

Fachpraktikerberufe

Jugendliche, denen eine reguläre Ausbildung nicht möglich ist, können direkt eine Ausbildung in einem Fachpraktikerberuf machen. Nach erfolgreicher Ausbildung erhältst du auch einen Facharbeiterbrief/Facharbeiterinnenbrief oder einen Gesellenbrief/Gesellinnenbrie. Die Ausbildungen unterscheiden sich dadurch, dass sie zum Beispiel einen höheren Praxisanteil und einen kleineren Theorieteil haben. Falls du eine körperliche Einschränkung hast, kann der Praxisanteil entsprechend angepasst werden. Ob du eine solche Ausbildung machen kannst, entscheiden Fachleute anhand deiner Fähigkeiten. Dabei werden auch Stellungnahmen deiner Schule berücksichtigt. Hierzu musst du (oder dein gesetzlicher Vertreter bzw. Vertreterin) einen offiziellen Antrag bei der Agentur für Arbeit stellen und bei der zuständigen Kammer. Wie das läuft, erfahrt ihr von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Reha-Teams.