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Wie bewerbe ich mich richtig?

Drei Aktenordner mit Bewerbungen
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(ku) Wenn du dich für einen Ausbildungsberuf entschieden hast, musst du nun deine Bewerbungsunterlagen zusammenstellen. Hierfür brauchst du Kopien deiner Zeugnisse von Schulen und von Jobs, die du bereits gemacht hast. Kopien von Schulzeugnissen werden oft nur in beglaubigter Form akzeptiert. Die Beglaubigung erhälst du zum Beispiel beim Ordnungsamt. Dann musst du einen Lebenslauf erstellen, ein Anschreiben formulieren und ein Bewerbungsfoto machen lassen. Häufig sind Online-Bewerbungen erwünscht. Wenn du also schon dabei bist, scanne alle deine Zeugnisse und auch dein Bewerbungsfoto ein. Wichtig: Überprüfe dein Anschreiben und deinen Lebenslauf sorgfältig. Denn Rechtschreibfehler oder ein ungepflegter Eindruck gehen gar nicht.

Für die Erstellung deiner ersten Bewerbungsmappe kannst du die Hilfsangebote deiner Schule nutzen oder auch andere Stellen ansprechen, etwa die Berufsberater und Berufsberaterinnen der Arbeitsagenturen und der Integrationsfachdienste. Sie helfen dir bei den Bewerbungsunterlagen, kennen die Ausbildungsbetriebe in deiner Region und wissen, welche Bewerbungsfristen eingehalten werden müssen. Alle Adressen findest du auf der rechten Seite.

Bewerbungshilfen im Internet

Wie eine Bewerbungsmappe auszusehen hat, erfährst du zum Beispiel hier:

Was Unternehmen von dir wissen wollen

Lehrstelle gesucht.
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Bereits im Anschreiben solltest du kurz beschreiben, warum du genau diesen Beruf erlernen möchtest. Was ist deine Motivation? Was interessiert dich an dem Beruf? Ungünstig ist es, wenn du Standardsätze aus Ratgebern benutzt oder wenn erkennbar ist, dass die Entscheidung für den Beruf nicht du, sondern vielleicht der Berufsberater oder die Berufsberaterin getroffen haben. 

Vielleicht kannst du auch beschreiben, warum gerade du für die Ausbildung gut geeignet bist. Hast du vielleicht schon in einem Betriebspraktikum erste Erfahrungen gesammelt?

Auch wenn du einen positiven Bezug zu dem Unternehmen oder Betrieb hast, kannst du das erwähnen. Es signalisiert, dass das Unternehmen dir nicht unbekannt ist und du dich für es interessierst.

Das Unternehmen möchte möglichst viel von dir erfahren. Du solltest in deinem Lebenslauf auch deine Hobbys auflisten und besondere Talente erwähnen. Vielleicht bist du auch Mitglied in einem Verein oder du engagierst dich in der Schule oder ehrenamtlich. Sei ehrlich und schreibe freundlich und offen.

Bewerben mit Behinderung

Eine junge Frau und ein junger Mann heben den Daumen. Der Junge ist Rollstuhlfahrer.
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Wenn du eine Behinderung oder Schwerbehinderung hast, kannst du das erwähnen. Es macht besonders dann Sinn, wenn deine Behinderung offensichtlich ist. Stelle immer deine Fähigkeiten und dein Interesse an dem Beruf in den Vordergrund. Denn das ist es, was Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen wirklich interessiert.

Je nachdem, welche Behinderung du hast, beschreibe ruhig, mit welchen Hilfsmitteln du Anforderungen bewerkstelligst. Tu dies kurz und sachlich.

Schwerbehindertenausweise gehören nicht in die Bewerbungsmappe. Wenn du deinen Ausbildungsvertrag bekommst, kannst du ihn nachreichen, sobald es erwünscht ist.

Wenn du zu einem ersten Termin, beispielsweise zum Eignungstest eine Begleitperson mitbringen musst, dann erwähne das. Wenn der Betrieb noch gar keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderung (zum Beispiel mit blinden Menschen) hat, fragt er sich vielleicht, wie das funktionieren soll. Du kannst ihm dadurch die Verunsicherung nehmen.

Die Berater und Beraterinnen, etwa der Integrationsfachdienste, begleiten dich eventuell auch zum Vorstellungsgespräch oder nehmen schon im Vorfeld mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin Kontakt auf. Sie wissen auch, wie technische Hilfsmittel oder Fördergelder beantragt werden. Wenn du den Ausbildungsplatz bekommst, unterstützen sie dich, wenn nötig, während der Einarbeitungszeit. Das alles vermitteln sie auch dem Arbeitgeber oder der der Arbeitgeberin, so dass bekannt ist, welche Hilfen du bekommst.

Gerade in größeren Unternehmen kommt es häufiger vor, dass sich Auszubildende mit Behinderung bewerben. Du bist sicher kein Einzelfall.

Hinweis

Rechtlich gesehen musst du deine Behinderung nicht erwähnen. Es bleibt dir überlassen. Auch darf der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin nicht nach der Behinderung fragen. Ausnahme: Steht die Einschränkung in einem direkten Zusammenhang zu der Fähigkeit, den geforderten Job pflichtgemäß auszuüben, ist die Frage berechtigt oder ein Hinweis von deiner Seite aus notwendig. Die Richtlinien hierzu sind im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) festgelegt.