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Qualifizierungsmaßnahme mit Hauszeugnis (im Rahmen beruflicher Anpassung und Weiterbildung)

Stilisiertes Männchen mit Kugelschreiber
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(kn) Qualifizierungsmaßnahmen mit Hauszeugnissen oder Zertifikaten sind Qualifizierungen und Kurzausbildungen, die mit einer internen Prüfung beim jeweiligen Anbieter abschließen.

Die Maßnahmen dienen dazu, bereits vorhandene berufliche Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern oder auch, neue Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen.

Viele Möglichkeiten, unterschiedliche Zielgruppen

Es gibt eine große Zahl an Qualifizierungsmöglichkeiten quer durch alle Fachbereiche: vom nur wenige Tage dauernden Computer-Kurs bis hin zur einjährigen praktischen Ausbildung.

Manche Qualifizierungsmaßnahmen sind, inhaltlich gesehen, Teilausschnitte aus anerkannten Ausbildungsberufen, manche vermitteln gezielt nur eine bestimmte Fertigkeit, z. B. Gabelstaplerfahren. So unterschiedlich wie die Inhalte können auch die Zielgruppen der Maßnahmen sein, z. B.:

  • Rehabilitandinnen, Rehabilitanden und Menschen, die nach längerer Pause den Wiedereinstieg in die Arbeit planen
  • An- und Ungelernte
  • berufstätige Arbeitnehmer/innen
  • Arbeitsuchende
  • Langzeitarbeitslose
  • besonder schwer Vermittelbare

Ziel der Qualifizierungsmaßnahmen

Vier Hände stecken vier blaue Puzzle zusammen
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Ziele von Qualifizierungsmaßnahmen (mit Hauszeugnis oder Zertifikat) können sein

  •  vorhandene Berufs- und Arbeitskenntnisse an die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen
  • die Chancen für eine Eingliederung zu erhöhen
  • den Teilnehmern und Teilnehmerinnen grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten in einem neuen Arbeitsbereich zu vermitteln
  • im Falle eines Wiedereinstiegs in die Arbeit nach Familienpause, Krankheit oder Arbeitslosigkeit die Rückkehr in den Job zu erleichtern
  • die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen

Wie kommt man in eine Qualifizierungsmaßnahme?

Die Initiative zu einer Qualifizierungsmaßnahme kann von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Rehabilitandinnen und Rehabilitanden selber ausgehen, von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern oder von den zuständigen Ansprechpersonen bei Arbeitslosigkeit, Rehabilitation und Berufsrückkehr.

Jeder Fall ist anders

Es hängt von der persönlichen Lebenssituation ab, wer bei der Entscheidung zu einer Maßnahme beraten kann und ob es Hilfe bei den Kosten gibt.

Meist sind die Arbeitsagentur oder das Jobcenter zuständig für Informationen und Förderung rund um berufliche Weiterbildung, insbesonders, wenn sich bei arbeitslosen Menschen dadurch die Chancen auf eine neue Stelle verbessern.

Ist bei schwerbehinderten Menschen, die im Arbeitsverhältnis sind, eine Qualifizierungsmaßnahme notwendig um den Arbeitsplatz zu sichern und zu erhalten, kann die Maßnahme durch das zuständige Integrationsamt finanziell unterstützt werden.

Wiedereinstieg nach Krankheit

Zwei fröhliche Jungen begrüßen sich. Ein Junge ist Rollstuhlfahrer, Zeichnung.
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Ist wegen Krankheit oder Behinderung eine Qualifizierungsmaßnahme zum Wiedereinstieg in das Berufsleben nötig, wird über die Maßnahme gemeinsam mit dem zuständigen Rehaträger entschieden.

Dies können z. B. Rentenversicherung, Unfallversicherung und Berufsgenossenschaften sein.

Im Fall eines Unfalls oder einer Langzeiterkrankung unterstützen die Reha-Manager und Reha-Managerinnen der Renten- und Unfallversicherung die Rehabilitanden bei der Entscheidung und helfen bei der Vermittlung von Maßnahmen.

Wo findet man Anbieter von Qualifizierungsmaßnahmen?

Viele Organisationen und Einrichtungen bieten Qualifizierungsmaßnahmen mit Hauszeugnis oder Zertifikat an. Die Form des Unterrichts reicht von Vollzeitkursen, über Abend- und Wochenendkursen, einzelne Bausteinen und Modulen bis bis hin zu virtuellen Lehrgängen. Die Anbieter und Lernorte sind entsprechend unterschiedlich.

Manche Weiterbildungsmaßnahmen finden auch in Übungsfirmen (kaufmännisch) und Übungswerkstätten (gewerblich-technisch) statt.

Adressen von Anbietern sind in der Infobox "Schnell finden" oben rechts. Die meisten dieser Einrichtungen sind speziell für Menschen mit Behinderung geeignet, die besonderen Unterstützungsbedarf brauchen. Darunter sind auch ambulante und wohnortnahe Angebote. Das heißt, man kann in der Nähe des Wohnortes oder zuhause wohnen bleiben während der Maßnahme.