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Rehabilitationsvorbereitungslehrgang (RVL)

Lehrer sitzt vor der Tafel, Foto
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(kn) Der Rehabilitations-vorbereitungslehrgang (RVL) gehört zu den Berufsvorbereitungsmaßnahmen und wird vor dem Einstieg in eine Umschulung, Anpassungs- oder Weiterbildungsmaßnahme angeboten.

Ein RVL findet in der Regel im Rahmen einer Wiedereingliederung statt und nicht bei der Erstausbildung.

Zielgruppe sind Menschen mit Behinderung, deren Schulbesuch oder Ausbildung schon länger zurückliegt und die ohne eine Auffrischung von Wissen und Lerntechniken die anstehende Umschulung oder Weiterbildung nicht beginnen könnten.

Die Länge des RVL beträgt meist etwa drei Monate, in Einzelfällen bis zu sechs Monaten.

Ziel des RVL

Hauptziel des Rehabilitationsvorbereitungslehrgang ist es, die Teilnehmer/innen so fit zu machen, dass sie die anstehende Umschulung oder Qualifizierung erfolgreich bewältigen können.

Teilziele können sein:

  • Grundkenntnisse für die bevorstehende Qualifizierung erwerben
  • Förderung von Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Anwendung geeigneter Lern- und Arbeitstechniken
  • Steigerung der Lernbereitschaft und Lernfähigkeit
  • Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit
  • Förderung der Gruppenintegration, Teamfähigkeit und Selbständigkeit
  • Erlernen von Kulturtechniken

Wie kommt man in einen RVL?

Labyrinth
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Ob ein RVL sinnvoll ist, wird gemeinsam mit dem Rehaträger entschieden, der für den Menschen mit Behinderung in der jeweiligen Situation für die Teilhabe am Arbeitsleben zuständig ist. Dies können die Arbeitsagenturen, die Unfallversicherungen und Rentenversicherungen sein.

RVL-Anbieter mit besonderer Unterstützung für Menschen mit Behinderung

Manchmal  werden wegen einer Behinderung besondere Hilfen gebraucht. In solchen Fällen kann der RVL in einer Einrichtung gemacht werden, die spezielle Unterstützung für Menschen mit Behinderung anbietet, z. B. in einem Berufsförderungswerk.

Je nach Zielgruppe und Ausstattung verfügen die Einrichtungen über eigene Ausbildungswerkstätten, -büros und -betriebe mit behindertengerechter Arbeitsplatzgestaltung, bieten Berufsschulen, Wohn- und Freizeitmöglichkeiten und betreuen die Teilnehmer/innen pädagogisch, psychologisch und medizinisch.

Viele dieser Bildungsanbieter helfen auch schon vorher bei der Entscheidung, eine passende neue Berufsrichtung und den dazu gehörenden RVL zu finden.

Anbieter von RVL findet man rechts oben in der Infobox "Schnell finden". Darunter sind viele Einrichtungen mit besonderen Unterstützungsmöglichkeiten. Dabei sind auch ambulante und wohnortnahe Angebote. Das heißt, man kann in der Nähe des Wohnortes oder zuhause wohnen bleiben während der Maßnahme.

Was macht man in einem RVL?

Schulklasse
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Es gibt sogenannte allgemeine RVL und solche, deren Inhalte sich bereits auf bestimmte Berufsfelder beziehen. Oft wird beides in einem Lehrgang kombiniert.

Zusätzlich werden RVL angeboten, die auf bestimmte Behinderungsarten zugeschnitten sind oder besondere Defizite ausgleichen sollen. Solche RVL dauern bis zu sechs Monate, wenn z. B. bei Sprachproblemen zuerst ein Deutschkurs vorgeschaltet wird oder Menschen mit Sinnesbehinderung lebenspraktische Fertigkeiten erlernen müssen (z. B. Tastaturbedienung, Mobilitätstraining, Gebärdensprachkurs etc.)

Beispiel allgemeiner RVL:

Inhalte eines typischen allgemeinen RVL sind z. B. Unterricht in den Fächern:

  • Deutsch
  • Rechnen / Mathematik
  • EDV / IT-Techniken
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Englisch
  • Sozialtraining

Manche Einrichtungen bieten neben dem Unterricht Trainingseinheiten an, in denen Teamfähigkeit, Lern- und Arbeitstechniken gefördert werden. Zusätzlich können manchmal auch Dinge trainiert werden, die sich inhaltlich auf die bevorstehende Umschulung oder Weiterbildung beziehen.

Beispiel RVL für hörbehinderte Menschen:

Zwei Frauen unterhalten sich in Gebärdensprache
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Schwerpunkte:

  • berufliche Orientierung
  • Selbsteinschätzung
  • Stärken herausarbeiten
  • Fremdeinschätzung
  • Kommunikation, Verhalten, Bewerbungstraining
  • Grundwissen für den Beruf
  • allgemeinbildender beruflicher Unterricht
  • Praxistage im Betrieb
  • Gebärdensprache
  • Erarbeitung einer individuellen beruflichen Perspektive
  • Dolmetschereinsatz im Unterricht und im Betrieb

Individuelle Begleitung und Besondere Hilfen

In Einrichtungen, die auf spezielle Unterstützung für Menschen mit Behinderung ausgerichtet sind, werden die Teilnehmer/innen von Reha-Fachkräften bzw. Reha-Fachdiensten begleitet. Dies können Sozialarbeiter/innen, pädagogische und psychologische Fachkräfte und Arbeitsmediziner/innen sein.

Die Reha-Fachdienste sind Ansprechpartner bei allen Fragen rund um RVL, Berufsvorbereitung und Umschulung und helfen bei psychischen und gesundheitlichen Problemen.