Inhalt

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme der Agentur für Arbeit (BvB)

Foto von Studenten im Hörsaal, die konzentriert arbeiten
© fotolia.com

(ku) Das ist ein bundesweites Angebot für Jugendliche unter 25 Jahren, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben, aber noch nicht fit für die Ausbildung sind. Welchen Schulabschluss man schon erreicht hat, spielt für die BvB keine Rolle.

Es gibt allgemeine Maßnahmen und spezielle Maßnahmen für Jugendliche mit Behinderung. Nach dem Motto "So normal wie möglich, so speziell wie nötig" richtet sich die allgemeine BvB aber auch an Jugendliche mit Behinderung.

Eine BvB ist auf den Einzelfall zugeschnitten. Sie kann dir helfen,

  • dich auf den Hauptschulabschluss vorzubereiten,
  • praktische berufliche Erfahrungen zu sammeln und dadurch eine bessere Berufswahl zu treffen,
  • die Dinge zu lernen, die dir für eine Ausbildung noch fehlen.

Bausteine

Eine BvB besteht aus mehreren Bausteinen. Diese werden je nach Bedarf flexibel eingesetzt. Es gibt folgende Bausteine:

  1. Eignungsanalyse (bis zu 4 Wochen):
    Sie hilft bei der realistischen Einschätzung der eigenen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten. Deine Probleme beim Start in die Ausbildung werden analysiert. Es wird ein Förderplan erarbeitet.
     
  2. Grundstufe (inkl. Eignungsanalyse) bis zu 6 Monaten
    Hier geht es vor allem um die Berufsorientierung und Berufswahl. Durch Praktika lernst du verschiedene Berufsfelder kennen. Ergänzend gibt es Unterricht, der berufliche Grundlagen vermittelt, beispielsweise in Allgemeinbildung, Berufskunde, Lebenspraxis, Sozialkompetenz, Bewerbertraining etc.

  3. Förderstufe
    Wenn es notwendig ist, können in der Förderstufe berufliche Grundfertigkeiten gelernt werden.
     
  4. Übergangsqualifizierung
    Die Übergangsqualifizierung ist schon speziell auf die Ausbildung, die du anstrebt, ausgerichtet. Die beruflichen Grundfertigkeiten werden verbessert, außerdem kann eine betriebliche Qualifizierung oder eine arbeitsplatzbezogene Einarbeitung stattfinden.


Insgesamt dauert eine BvB zwischen 10 und 18 Monaten.

Die allgemeine BvB findet bei Bildungsanbietern statt, bei denen die Arbeitsagentur Plätze "eingekauft" hat. Wenn man noch berufsschulpflichtig ist, geht man parallel zur Berufsschule.

Wer zusätzliche besondere Unterstützung wegen einer Behinderung braucht, kann diese auch in der allgemeinen BvB bekommen.

Speziell für Jugendliche mit Behinderung

Wenn die allgemeine BvB nicht reicht, gibt es auch sogenannte "rehaspezifische" BvB-Angebote. Hier wird man sonderpädagogisch begleitet und erhält Unterstützung von den Reha-Fachdiensten. Eine rehaspezifische BvB kannst du

  • in der Nähe deines Wohnortes bei Trägern machen, die ihr Angebot speziell auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet haben - in diesem Fall wohnst du zu Hause -  (ambulante / wohnortnahe Maßnahmen)
    oder
  • in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation machen, die ein differenziertes Förderangebot vorhalten (z. B. Ausbildungswerkstätten, Förderberufsschulen, medizinische, psychologische pädagogische und sozialpädagogische Fachdienste). Hier wohnst du meist im Internat.

Wie bekommt man eine BvB?

Ob und welche BvB man machen kann, entscheidet die Beratungsfachkraft der Arbeitsagentur. Dabei beteiligt sie eventuell auch den ärztlichen oder den psychologischen Dienst.

Wenn die die Beratungsfachkraft der Meinung ist, dass eine BvB Aussicht auf Erfolg hat, weist sie dir eine Maßnahme zu.

Adressen von Anbietern findet man über die Infobox "Schnell finden" oben rechts.