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Pflichtplatzanrechnung von schwerbehinderten Azubis

Stilisiertes Männchen mit Rechenschieber
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(me) Betriebe, die im Jahresdurchschnitt mindestens 20 Mitarbeiter beschäftigen, müssen laut Gesetz mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Für jeden nicht besetzten Pflichtarbeitsplatz wird eine Ausgleichsabgabe fällig. In der Regel werden schwerbehinderte oder gleichgestellte Mitarbeiter auf einen Pflichtarbeitsplatz angerechnet.

Schwerbehinderte oder gleichgestellte Auszubildende werden während der beruflichen Ausbildung grundsätzlich auf zwei Pflichtarbeitsplätze angerechnet. Dies gilt auch für kooperative und integrative Ausbildungen, bei denen die Berufsausbildung in einer Rehabilitationseinrichtung erfolgt und nur teilweise in einem Betrieb stattfindet.

Ausnahmsweise kann eine Anrechnung auf drei Pflichtplätze zugelassen werden, wenn z. B. die Vermittlung in eine betriebliche Ausbildung wegen Art oder Schwere der Behinderung auf besondere Schwierigkeiten stößt.

Übernimmt ein Betrieb einen Menschen mit Schwerbehinderung direkt im Anschluss an eine abgeschlossene Berufsausbildung in ein Arbeitsverhältnis, so kann er diesen im ersten Jahr der Beschäftigung auf zwei Pflichtarbeitsplätze anrechnen lassen.

Die Mehrfachanrechnung muss vom Arbeitgeber bzw. von der Arbeitgeberin bei der Agentur für Arbeit am Sitz des Betriebes beantragt werden. Sie wird in der Regel ab dem Monat wirksam, in dem der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin die Mehrfachanrechnung beantragt hat.

Weitere Informationen

zur Berechnung der Ausgleichsabgabe und der Anrechnung von Werkstattaufträgen finden Sie in REHADAT-talentplus.