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Praxisbeispiel Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der K+S AG im Werk Werra

Kurzbeschreibung:

Der Prozess bzw. der Text zur Beschreibung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements beinhaltet die Punkte:

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
- Anlass
- Ziel
- Recht
- Verfahrensablauf
- Besonderheiten
- Wirkung und Erfahrung
- Beteiligte
- Verantwortlichkeit

Eine Beschreibung mit den Einzelheiten zu den Punkten finden Sie unter Langform.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern. Die K+S AG wurde deshalb damals für die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements im Werk Werra vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt), zusammen mit weiteren Unternehmen, prämiert. Jedes Unternehmen erhielt eine Prämie in Höhe von 3000 Euro.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummer der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

1 Unternehmen

1.1 Profil

Die K+S AG betreibt Werke in Deutschland, in denen mineralische Produkte beispielsweise für die Landwirtschaft und Industrie gewonnen werden. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinen Werken an verschiedenen Standorten - davon 4.400 im Werk Werra.

1.2 Unternehmenskultur

Die K+S AG bekennt sich in ihren Unternehmensgrundwerten zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und der Nachhaltigkeit. Der demografische Wandel bedeutet für das Unternehmen, sowohl auf Nachwuchs zu achten, als auch die Beschäftigten gezielt fit zu halten. Daher ist die betriebliche Gesundheitsförderung ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Mit einer effektiven und maßgeschneiderten betrieblichen Gesundheitsförderung will das Unternehmen dazu beitragen, dass ihre Belegschaft - insbesondere in Hinblick auf die gestiegenen Anforderungen im Unternehmen und längere Lebensarbeitszeiten - leistungsfähig und motiviert bleibt.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Anlass:
Das BEM ist ein Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung im Unternehmen. Hintergrund der Einführung des BEM vor vielen Jahren waren die gesetzliche Vorgabe durch das SGB IX, die hohe sowie steigende Krankenquote und eine zunehmende Anzahl langzeiterkrankter sowie leistungsgewandelter Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen. Diese Beschäftigten benötigen gezielte und professionelle Unterstützung, um ihre Genesung zu begleiten und sie zeitnah sowie nachhaltig wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können. Mit nachhaltig ist dabei besonders die Vermeidung erneuter Arbeitsunfähigkeit gemeint, um somit die Arbeitsfähigkeit auf Dauer zu gewährleisten. Das BEM ging aus der Betriebsvereinbarung "Betriebliche Gesundheitsförderung" hervor.

Ziel:
Im Interesse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde eine umfassende betriebliche Gesundheitsförderung eingeführt und dauerhaft gestaltet. Ziel der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die dauerhafte Erhaltung und Verbesserung des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Anwesenheitsquote am Arbeitsplatz soll somit erhöht werden.

Recht:
Die rechtliche Grundlage des BEM bildet das SGB IX bzw. SGB IX § 167.

Verfahrensablauf:
Zur Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements wird ab der fünften Woche der Arbeitsunfähigkeit des bzw. der Beschäftigten eine Information an den Koordinator bzw. die Koordinatorin der Gesundheitsförderung durch die Personalabteilung übermittelt. Der Koordinator bzw. die Koordinatorin klärt mit dem bzw. der Beschäftigten den Grund der Arbeitsunfähigkeit, bietet in einem persönlichen Gespräch Hilfestellungen zur Genesung an. Bei medizinischen Sachverhalten wird der Werksarzt bzw. die Werksärztin einbezogen. Der Koordinator bzw. die Koordinatorin dokumentiert die geführten Gespräche in entsprechender Form. Die Unterlagen sind nur ihm bzw. ihr zugänglich. Zentrale Bedeutung innerhalb der betrieblichen Gesundheitsförderung nimmt der Koordinator bzw. die Koordinatorin der Gesundheitsförderung ein. Er bzw. sie ist für die Reintegration langzeiterkrankter Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen im Rahmen des SGB IX § 167 Abs. 2 zuständig (Betriebliches Eingliederungsmanagement). Er berät betroffene Beschäftigte (ggf. vorgesetzte Personen) über den weiteren Verfahrensweg im Falle eingetretener Arbeitsunfähigkeit, bietet ihm bzw. ihr betriebliche Hilfestellungen an und klärt über Konsequenzen auf. Er bzw. sie bildet eine vertrauensvolle Schnittstelle zwischen den Rehabilitations- und Präventionsträgern, dem Unternehmen, der Interessenvertretung (Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung) und dem Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterin.

Besonderheiten:
Besonders wichtig sind die persönliche Betreuung der betroffenen Beschäftigten, die Akzeptanz der Betreuung und vereinbarter Maßnahmen und die Wahrung der Vertraulichkeit. Besonderer Schwerpunkt wird auf vorbeugende Maßnahmen gelegt.

Wirkung / Erfahrung:
Erkennbar ist die Zufriedenheit betroffener Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, dass sie schnell und entsprechend ihrer gesundheitlichen Eignung wieder an ihren alten (ggf. mit Hilfsmittel ausgestatteten Arbeitsplatz) oder an einen anderen leistungsgerechten Arbeitsplatz zurückkehren konnten.

Beteiligte:
Am BEM werden die Führungskräfte aller Ebenen, die Interessenvertretung, der Arbeitskreis Gesundheitsförderung und das Integrationsteam beteiligt. Es werden regelmäßig Besprechungen in Form von Fallkonferenzen durchgeführt. In dringenden Fällen werden kurzfristige Gespräche anberaumt.

Verantwortlichkeit:
Die Verantwortlichkeit liegt bei der Werksleitung, den Führungskräften und dem Betriebsrat. Die Steuerung des Verfahrens liegt im Zuständigkeitsbereich des Koordinators bzw. der Koordinatorin der Gesundheitsförderung.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5408


Informationsstand: 13.06.2022