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Praxisbeispiel Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der orthopädischen Klinik Kassel gGmbH

Kurzbeschreibung:

Der Prozess bzw. der Text zur Beschreibung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements beinhaltet die Punkte:

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
- Anlass und Ziel
- Verfahrensablauf
- Besonderheiten
- Wirkung/Erfahrung
- Beteiligte
- Verantwortlichkeit

Eine Beschreibung mit den Einzelheiten zu den Punkten finden Sie unter Langform.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern. Die orthopädische Klink Kassel wurde deshalb damals für die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt), zusammen mit weiteren Unternehmen, prämiert. Jedes Unternehmen erhielt eine Prämie in Höhe von 3000 Euro.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummer der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

1 Unternehmen

Die orthopädische Klinik Kassel mit rund 280 Beschäftigten ist eine gemeinnützige GmbH und gehört zum Gesundheitskonzern Vitos. Zum Angebot der Klinik gehören operativen und konservativen Behandlungen. Dazu verfügt die Klinik über die Bereiche Orthopädie, Schmerzmedizin und vier Praxen als medizinische Versorgungszentren.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Anlass und Ziel
Die rechtliche Grundlage des BEM bildet das SGB IX bzw. SGB XI § 167. Darüber hinaus war sich die Klinikleitung bewusst, dass sie auf die demografische Entwicklung reagieren und aktive Gesundheitsförderung betreiben muss, um als dienstleistendes Unternehmen im Gesundheitswesen leistungsfähig zu bleiben.

Verfahrensablauf
Die Organisation des BEM obliegt dem Integrationsteam. Die Initiative zur Einleitung eines BEM kann vom Mitarbeiter bzw. von der Mitarbeiterin selbst, seinem bzw. ihrer Vorgesetzten, dem Integrationsteam oder, im Falle einer langandauernden Erkrankung, von der Personalabteilung ausgehen. Den Erstkontakt zum Mitarbeiter bzw. zu der Mitarbeiterin übernimmt ein Mitglied des Integrationsteams. Neben der Bereitstellung von Informationen dient das Erstgespräch dazu, eine Vertrauensbasis herzustellen und die Ziele, Lösungsideen und Perspektiven des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin kennenzulernen und die Bereitschaft des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin zur Mitwirkung am BEM abzuklären. Soweit der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin einverstanden ist, wird in den meisten Fällen, nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung, mit dem Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterin besprochen, welche Maßnahmen (betriebsinterne oder außerbetriebliche) zur dauerhaften Wiederherstellung oder zum Erhalt der Leistungsfähigkeit eingeleitet werden können. Dazu wird eine Vereinbarung getroffen. Ziel ist immer der Erhalt des Arbeitsplatzes. Im Rahmen des Qualitätsmanagements werden bestimmte Parameter zur Validierung des Prozesses erhoben und kritisch bewertet.

Besonderheiten
Der Klinikleitung ist es wichtig, das BEM eng mit besonderen Angeboten zur Gesundheitsprävention zu verbinden. Begünstigte Thermalbadkarten, Nordic Walking Kurse, verbilligte Mitgliedschaft in der Sportgemeinschaft sind Beispiele für dieses Bemühen. Weiterhin ist ihnen wichtig, in ihrer Klinik ein Klima der Gesundheitsförderung herzustellen, welches Patienten und Patientinnen und Beschäftigte gleichermaßen einbezieht.

Wirkung / Erfahrung
Bereits vor Abschluss der Betriebsvereinbarung zum BEM wurden einzelfallbezogene Erfahrungen gemacht. Die Institutionalisierung schafft eine wichtige Transparenz und Verlässlichkeit für alle Beteiligten. Dies äußert sich insbesondere darin, dass das Vertrauen der Beschäftigten und die Bereitschaft zur Beteiligung an diesem Prozess ansteigen. Vielfältige Schulungsmaßnahmen des Integrationsteams und der Führungskräfte führen zu einer Professionalisierung des Eingliederungsmanagements und der Gesundheitsprävention. Inzwischen finden neben den Einzelfallbesprechungen regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen statt.

Beteiligte
Das Integrationsteam besteht aus:
- einem bzw. einer Inklusionsbeauftragten der Klinik,
- einem Mitglied der Schwerbehindertenvertretung (SBV) und
- drei Mitgliedern des Betriebsrates (BR).

Bei Bedarf können noch hinzugezogen werden:
- die Betriebsärztin bzw. der Betriebsarzt,
- die Fachkraft für Arbeitssicherheit,
- eine vertretende Person des Integrationsamtes oder des Integrationsfachdienstes,
- die Suchtberatungsstellen und
- sonstige Beratungsstellen.

Verantwortlichkeit
Die Verantwortung für das BEM hat das Unternehmen im Rahmen seiner arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht. Da das Betriebliche Eingliederungsmanagement unter dem Vorbehalt der Freiwilligkeit steht und viele präventive Gesundheitsangebote enthält, wird auch der Eigenverantwortung des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin ein hohes Gewicht beigemessen.

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  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5409


Informationsstand: 14.06.2022