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Praxisbeispiel Projekt zur Inklusion bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben

Kurzbeschreibung:

Die Beschreibung des Projektes beinhaltet die Punkte:

1 Unternehmen
2 Unternehmenskultur
3 Das Projekt Papierkorbwerkstatt

Eine Beschreibung mit den Einzelheiten zu den Punkten zum Integrationsprojekt finden Sie unter Langform.

Schlagworte und weitere Informationen

Beim Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt wurden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragt und anschließend zu 90 Prozent gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.
Das aufgeführte Beispiel wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mit einem Sonderpreis zur betrieblichen Wiedereingliederung ausgezeichnet.

1 Unternehmen

Bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben sind rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Stadtreinigungsbetriebe übernehmen die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Abfallbehandlung für das Land Berlin. Ein großer Anteil der Beschäftigten hat eine Schwerbehinderung oder ist mit Menschen mit einer Schwerbehinderung gleichgestellt. Bei den auszuübenden Tätigkeiten handelt es sich um überwiegend körperlich schwere Arbeiten.

2 Unternehmenskultur

Zusätzlich zu den Aktivitäten, die von der Schwerbehindertenvertretung des Betriebes ausgehen, wird innerhalb des Unternehmens großen Wert darauf gelegt, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.
Betriebsärztliche Betreuung, ausführliche Unterrichtung aller Beschäftigten über arbeitsbedingte Gesundheits- und Unfallgefahren, aktive Gesundheitsförderung und ein Betriebliches Eingliederungsmanagement zur Prävention nach SGB IX § 167 sind Bestandteil des Unternehmens beziehungsweise der Unternehmenspolitik.

3 Das Projekt Papierkorbwerkstatt

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe haben in der Stadt über 20.000 Papierkörbe aufgestellt. Diese Papierkörbe müssen nicht nur täglich mindestens einmal geleert werden, sondern auch in regelmäßigen Abständen gewartet, das heißt von Graffiti befreit oder aufgrund von starken Vandalismusschäden völlig ausgetauscht werden. Diese Aufgaben (ausgenommen der täglichen Leerungen) wurden in der Vergangenheit durch ein von den Stadtreinigungsbetrieben beauftragtes Unternehmen übernommen. Der Kostenaufwand für diese Aufgabe lag bei ca. 2 Millionen Euro jährlich.

Durch die Schwerbehindertenvertretung des Unternehmens wurden, in Zusammenarbeit mit dem Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt, dem Unternehmen beziehungsweise der oder dem Inklusionsbeauftragten des Unternehmens und den anderen Interessenvertretungen im Betrieb (Betriebsrat), mehrere Projekte zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen geplant und durchgeführt. Das Konzept für das Projekt Papierkorbwerkstatt wurde von der Gesamtschwerbehindertenvertretung des Betriebes entwickelt. Durch das Projekt konnten 15 Arbeitsplätze geschaffen werden, die ausschließlich mit Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung, Beschäftigten, die einen Unfall hatten und Beschäftigten, die nicht mehr so leistungsfähig sind, besetzt wurden. Die eigentlichen Arbeiten für die Beschäftigten finden in einer Werkstatt beziehungsweise Lackiererei statt, in der sie die beschädigten Papierkörbe reinigen, gegebenenfalls schleifen und lackieren. Mehrere der Beschäftigten sind außerdem täglich unterwegs in der Stadt, um verschmutzte Körbe zu reinigen oder ausgebeulte Schlösser zu ersetzen. Bei größeren Mängeln tauschen die Beschäftigten die alten Behälter aus und bringen sie zum Schleifen und Lackieren in die Werkstatt. Alle Fahrzeuge sind mit Navigationssystemen ausgestattet, was die Arbeit sehr erleichtert.
Die Werkstatt genügt modernen ergonomischen Ansprüchen. So wurden Hebewerkzeuge für schwere Geräte angeschafft, Arbeitsplatzmatten an den Schleifarbeitsplätzen ausgelegt und Stehhilfen zur Entlastung der Wirbelsäule bereitgestellt.
In REHADAT finden Sie auch
- Hubhilfen,
- Transportfahrzeuge,
- Stehsitze und
- Arbeitsplatzmatten.
Da es sich bei allen Beschäftigten, einschließlich der Vorgesetzten, um Menschen mit einer Schwerbehinderung handelte, die ihre Behinderungen alle während ihrer Tätigkeit bei den Stadtreinigungsbetrieben erworben hatten, wurde schon in der Konzeptionsphase das Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt beratend hinzugezogen.

Nach einem Jahr Laufzeit konnte das Projekt Papierkorbwerkstatt der Stadtreinigungsbetriebe sehr positiv bewertet werden:
- Die Produktivität der älteren und gleichzeitig Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung entspricht in etwa dem Ergebnis der vormals extern beauftragten Firma.
- Besonders bemerkenswert ist, dass der Krankenstand in diesem Bereich innerhalb eines Jahres um fünf Prozent sank.
- Insgesamt konnten bei sehr guten Arbeitsergebnissen die Kosten des Betriebes für externe Leistungserbringung erheblich gesenkt werden.
- Aufgrund der erfolgreichen Maßnahme, sind weitere Projekte für Beschäftigte mit Schwerbehinderung geplant und befinden sich bereits in der Konzeptions- oder Umsetzungsphase.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5327


Informationsstand: 04.08.2022