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Chancen im Betrieb

blauer Balken mit Wegweiser

Ein Praktikum machen, eine Einstiegsqualifizierung oder Unterstützte Beschäftigung - junge Menschen mit Behinderungen können Ihre Chancen im Betrieb auf verschiedene Weise nutzen.

Praktika sind eine gute Möglichkeit die Berufswelt kennenzulernen. Dies ist bereits in den Ferien während der Schulzeit möglich oder nach Beendigung der Schule. Wenn Sie noch nicht wissen, in welchem Bereich Sie später arbeiten möchten oder wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr Traumberuf auch wirklich zu Ihren Vorstellungen passt,  kann ein Praktikum sinnvoll sein. Sie können verschiedene Tätigkeiten ausprobieren und Betriebe kennenlernen. Auch die Betriebe selbst haben die Chance, sich von Ihren Fähigkeiten und Ihrem Interesse zu überzeugen. Nicht selten ergibt sich im Anschluss auch eine Ausbildungsmöglichkeit oder eine Anstellung. Praktika sind eine echte Win-Win-Situation. Auf jeden Fall machen sie sich auch immer gut im Lebenslauf. 

Übrigens: Die Dauer eines Praktikums und die Vergütung müssen individuell abgesprochen werden. Gesetzliche Regelungen gibt es kaum. Ob der Mindestlohn von 9,50 Euro (Stand Januar 2021) gezahlt werden muss, ist beispielsweise abhängig von Ihrem Alter, der Art und der Dauer des Praktikums.

Beratung gibt es bei der kostenlosen Mindestlohn-Hotline vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales: 030 60 28 00 28 (montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr). Nähere Informationen zum Thema Praktikum sowie Hilfe bei der Suche nach Praktikumsplätzen bieten die Berufsberatungen der Agenturen für Arbeit. 

Neben einem Praktikum bietet sich gegebenenfalls auch die sogenannte Einstiegsqualifizierung an. Die 'Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)' ist ein bezahltes Langzeitpraktikum in einem Betrieb, das auf eine Berufsausbildung vorbereiten soll. Sie richtet sich gezielt an Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und nicht älter als 25 Jahre sind. 

Vorteile der EQ: Während der Praktikumszeit können Sie die Berufsschule besuchen. Der Betrieb stellt am Ende des Praktikums ein Zeugnis aus. Zusätzlich stellt auch die zuständige Kammer ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Einstiegsqualifizierung aus. Häufig mündet das Praktikum im Anschluss in ein Ausbildungsverhältnis. Die Einstiegsqualifizierung ist gesetzlich geregelt. Sie schließen mit dem Betrieb einen Vertrag über einen Zeitraum von mindestens sechs bis maximal zwölf Monaten ab. Während dieser Zeit sind Sie sozialversichert und erhalten eine Vergütung bis zu 243,00 Euro (Stand 2020).

Auch bei der Einstiegsqualifizierung hilft Ihnen die Berufsberatung der Arbeitsagentur weiter.

Wer es genauer wissen will, findet im folgenden Artikel weitere Informationen:

Für Menschen mit Behinderungen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, gibt es eine weitere Möglichkeit zur betrieblichen Qualifizierung: die 'Individuelle betriebliche Qualifizierung und Unterstützte Beschäftigung'. Wenn Sie keine Ausbildung absolvieren können und auch sonst große Schwierigkeiten haben auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, kommt die individuelle Qualifizierung  als Teil der 'Unterstützten Beschäftigung' vielleicht in Frage. Sie können in einem Betrieb unterschiedliche Tätigkeiten und Fähigkeiten erproben, bevor Sie sich für einen Arbeitsbereich entscheiden. Anschließend hilft Ihnen eine Fachkraft dabei, die Aufgaben im Betrieb zu trainieren.  Die Fachkraft kommt häufig vom Integrationsamt bzw. Inklusionsamt oder von einem Bildungsträger, zum Beispiel einem Berufsbildungswerk. Das Training am Arbeitsplatz dauert meistens 24 Monate, manchmal auch bis zu 36 Monate. Wenn Sie danach fit sind, stehen auch hier die Chancen gut, übernommen zu werden.

Während des Trainings im Betrieb erhalten Sie finanzielle Leistungen vom zuständigen Rehabilitationsträger, meistens von der Agentur für Arbeit. Für Schüler und Schülerinnen sind die Berufsberatungen der Agenturen für Arbeit die richtigen Anlaufstellen. Sie überprüfen, ob eine Unterstützte Beschäftigung in Frage kommt. Zu Beginn der Qualifizierung ist der Nachweis einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung nicht nötig.