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Stufenweise Wiedereingliederung

(ml) Die Stufenweise Wiedereingliederung (auch "Hamburger Modell") ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die längere Zeit krank waren, schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.

Der Prozess der Stufenweisen Wiedereingliederung wird eng mit den betroffenen Arbeitnehmer/innen, dem Arzt oder der Ärztin, den Arbeitgeber/innen und der Krankenkasse abgestimmt. Während der Stufenweisen Wiedereingliederung sind die Arbeitnehmer/innen noch krankgeschrieben.

Der Arzt oder die Ärztin stellt fest, wie belastbar der betroffene Arbeitnehmer oder die betroffene Arbeitnehmerin ist. Auf Grundlage der aktuell festgestellten Belastungsfähigkeit arbeitet der oder die Betroffene zunächst weniger Stunden pro Woche als bisher. Auch die Arbeitsaufgaben können geringer und leichter sein als bisher. Ganz allmählich nimmt die betroffene Person ihre Berufstätigkeit wieder bis zum ursprünglichen Umfang auf.

In der Regel dauert eine stufenweise Wiedereingliederung zwischen vier und acht Wochen. Wenn medizinische Gründe vorliegen, kann sie auch länger dauern.

Grundsätzlich können alle Arbeitnehmer/innen – auch Teilzeitbeschäftigte, Auszubildende und Selbstständige – nach längerer Krankheit mit einer Stufenweise Wiedereingliederung wieder in den Beruf einsteigen, wenn eine aus medizinischer Sicht ausreichende Belastbarkeit vorliegt und die berufliche Eingliederung Aussicht auf Erfolg hat.

Arbeitnehmer/innen können selbst entscheiden, ob eine Stufenweise Wiedereingliederung überhaupt stattfinden soll. Auch Arbeitgeber/innen können darüber entscheiden und eine Stufenweise Wiedereingliederung ohne Angabe von Gründen ablehnen – bis auf eine Ausnahme: Schwerbehinderte Beschäftigte haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Stufenweise Wiedereingliederung.

Stand: Dezember 2016