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Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Job
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(na) Um die behinderten WfbM-Mitarbeiter an den allgemeinen Arbeitsmarkt heranzuführen, bieten die Werkstätten zunehmend Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Werkstatt an. Die Werkstätten versuchen den behinderten Menschen, die gute Voraussetzungen für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorweisen, ausgelagerte Arbeitsplätze bzw. Außenarbeitsplätze, Praktika oder eine Stelle in einer Integrationsfirma zu vermitteln.

Außenarbeitsplätze (ausgelagerte bzw. betriebsintegrierte Arbeitsplätze)

So genannte Außenarbeitsplätze (ausgelagerte bzw. betriebsintegrierte Arbeitsplätze) können den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtern. "Außenarbeitsplatz" bedeutet: ein Mensch mit Behinderung arbeitet in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, bleibt aber vom Status her Werkstattbeschäftigter. Das Arbeiten in einem solchen Unternehmen vermittelt berufliche Realität und stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gesellschaft.

Man unterscheidet zwischen ausgelagerten Einzel- und ausgelagerten Gruppenarbeitsplätzen. Die Übergangsquote von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fällt bei den ausgelagerten Einzelarbeitsplätzen höher aus. Die meisten Übergänge gelingen aber durch Praktika.

Heute gibt es in ganz unterschiedlichen Berufszweigen ausgelagerte Arbeitsplätze. Hier kann man sich einige erfolgreiche Beispiele anschauen. Sie stammen aus der Zeitschrift "Klarer Kurs - Magazin für die berufliche Teilhabe"

Praktika

Wenn ein Werkstatt-Beschäftigter eine gesundheitlich stabile Verfassung aufweist und in der WfbM keine Probleme hat, seine Arbeit zu verrichten, kann er durch ein Praktikum in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes seine Belastbarkeit testen. Er kann Erfahrungen persönlicher und fachlicher Art sammeln und sich bei seinem Praktikumsbetrieb für eine feste Anstellung empfehlen.

  • Logo des Landschaftsverbandes RheinlandZum Artikel des LVR
    Während des Praktikums überzeugt ein WfbM-Beschäftigter seinen Chef und erhält eine feste Anstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Integrationsfirmen

Viele Träger von Werkstätten betreiben mittlerweile auch eigene Integrationsfirmen. Bei Integrationsfirmen handelt es sich um Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, die neben Menschen ohne Behinderung auch überdurchschnittlich viele Menschen mit einer Schwerbehinderung in sozialversicherungspflichtige Arbeit bringen. Der Anteil der schwerbehinderten Mitarbeiter liegt dabei in der Regel zwischen 25 und 50 Prozent. Leistungsfähige WfbM-Beschäftigte haben hier gute Chancen den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Hier findest du weitere Informationen zu Integrationsfirmen:

Kooperationspartner der Werkstätten

Als Kooperationspartner stehen den Werkstätten in der Regel die Integrationsfachdienste (IFD) und die Agenturen für Arbeit zur Seite, die sich um die Beschaffung solcher Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Werkstatt kümmern. Bei Problemen während ihrer Beschäftigung außerhalb der WfbM stehen den behinderten Menschen jederzeit Bezugspersonen des Integrationsfachdienstes und der WfbM zur Verfügung.

Projekte und Förderprogramme

Es gibt regionale Versuche, den Übergang von der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch gezielte Projekte und Förderprogramme zu fördern.

Beispiele:

  • Werkstatt Budget und Budget für Arbeit in Hamburg

An dem Modellprojekt "Werkstatt Budget" können Beschäftigte aus den Arbeitsbereichen der Alsterdorfer Werkstätten und der Elbe-Werkstätten auf Antrag teilnehmen. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Variante des Persönlichen Budgets. Die Budgetnehmer bleiben bei der WfbM beschäftigt, können aber bestimmte Leistungen auch bei anderen Anbietern außerhalb der Werkstatt einkaufen. Dazu zählen z. B. berufliche Qualifizierungs- und Fortbildungskurse oder Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung.

Stadtportal hamburg_de

In Kooperation mit den beiden Werkstätten und den Integrationsfachdiensten "Hamburger Arbeitsassistenz" und "ARINET" will die Stadt Hamburg mit dem Modellprojekt "Hamburger Budget für Arbeit" den Werkstattbeschäftigten ab sofort weitere berufliche Perspektiven ermöglichen. Mit Hilfe des Projektes sollen bis zum Jahr 2014 mindestens 100 Werkstattbeschäftigte den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen. Falls es aus irgendwelchen Gründen mit der Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht klappen sollte, gibt es ein garantiertes Rückkehrrecht in die Werkstatt.

Nach Ablauf der Modellphase am 31.12.2014 werden im Rahmen einer Regelförderung ab 01.01.2015 die Leistungen der Eingliederungshilfe zur Teilhabe am Arbeitsleben und die Leistungen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe kombiniert eingesetzt.

 

Weitere Informationen bietet das Faltblatt: Hamburger Budget für Arbeit - Raus aus der Werkstatt, rein in den Betrieb. Eine ausführliche Beschreibung in leichter Sprache findest du hier. Noch mehr Informationen bietet das Integrationsamt Hamburg.

 

  • Budget für Arbeit in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein

In den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein wurden ebenfalls besondere Modelle des Persönlichen Budgets für Werkstattbeschäftigte entwickelt. Mit dem sogenannten "Budget für Arbeit" soll den Beschäftigten der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Nähere Informationen zu den Modellen findest du hier:

Wappen von Niedersachsen 2

In der Broschüre "Das Budget für Arbeit - Wir sind Mutmacher/Innen" schildern zwei Frauen und vier Männer, die das Budget für Arbeit in Niedersachsen nutzen, von ihren Erfahrungen mit dem neuen Alltag. Mittlerweile gibt es einen zweiten Teil der Broschüre.

Hier geht es zu der zweiten Ausgabe.

 

 

Logo des Landschaftsverbandes Rheinland

Hier kannst Du Dir auf Youtube einen Filmbeitrag zum Budget für Arbeit des Landschaftsverbandes Rheinland ansehen.

 

 

 

Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

 Beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe gibt es zum Budget für Arbeit

 einen Film in Leichter Sprache.


 

  •  Integra MENSCH der Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten

Die Lebenshilfe Bamberg hat mit dem Projekt "Integra MENSCH" einen völlig neuen Weg der Integration eingeschlagen. Die Integra-Mitarbeiter erhalten einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und bekommen von ihrem Arbeitgeber innerhalb des Betriebs jeweils eine Person als Paten zur Seite gestellt. Der Pate hilft bei allen betrieblichen Angelegenheiten und der Einbeziehung in die Betriebsgemeinschaft. Hinzu kommt ein Integrationsbegleiter der Bamberger Lebenshilfe, der den Integra-Mitarbeitern in allen Lebenslagen zur Seite steht. Etwa 100 Menschen mit Behinderung haben über Integra MENSCH bereits eine Beschäftigung in der Stadt und im Landkreis Bamberg gefunden. 

Logo von Integra Mensch

 

 Ausführlichere Informationen bieten die Internetseiten von Integra MENSCH.

 

Der Verein UN-KONVENTIONELL - Netzwerk für Sozialraumarbeit e.V. hat eine Broschüre mit dem Titel "Behinderte Mitarbeiter tun uns gut" über Integra Mensch herausgegeben. Anhand von mehreren Beispielen wird gezeigt, wie WfbM-Beschäftigte den Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erfolgreich bewältigt haben. Hier geht es zu der Broschüre.

 

Logo von VdK Internet-TV

Hier kannst du dir einen Film über die Bamberger Patenfirma "Bäckerei Loskarn" anschauen. Der "Bäckerei Loskarn" wurde der Bayrische Integrationspreis  "JobErfolg 2010" verliehen.

 

 

  • Virtuelle Werkstatt Saarbrücken

Die "Virtuelle Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung" startete zunächst als saarländisches Modellprojekt (Laufzeit: 1. Juni 2004 bis 31. Mai 2009). Sie verfügt im Vergleich zur WfbM über keine Produktionsstätten, sondern vermittelt ihre Beschäftigten ausschließlich auf ausgelagerten Arbeitsplätzen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Aufgrund des erfolgreichen Projektverlaufes soll die Virtuelle Werkstatt nun dauerhaft im Saarland als Einrichtung zur beruflichen Eingliederung seelisch behinderter Menschen etabliert werden.

Saarland-Heilstätten GmbH

  Weitere Informationen beim Träger des Modellprojektes

  zum Abschlussbericht des Modellprojektes

 

  

  • Virtuelle Werkstatt XTERN der Caritas Werkstätten

Die Caritas Werkstätten in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler, Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich verfügen ebenfalls über eine virtuelle Werkstatt. Die Werkstatt hat keine eigene Betriebsstätte, sondern vermittelt WfbM-Beschäftigte in Unternehmen der Region.

Ausführliche Informationen bietet die Broschüre der Caritas Werkstätten "Mitten im Arbeitsleben - Beruflicher Ratgeber für Menschen mit Behinderung zur Teilhabe am Arbeitsleben".

Hier geht es zu der Broschüre.

 

  • Übergang 500 plus - mit dem LVR-Kombilohn

Ziel des neuen Modellprojektes des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ist es, innerhalb von fünf Jahren mindestens 500 Beschäftigte aus der WfbM oder Förderschulabgänger als Alternative zu einer WfbM auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln und zu unterstützen. Dazu

  • werden geeignete Menschen mit Behinderung vom IFD und der WfbM bei der Suche nach einer Arbeit oder Ausbildung unterstützt, die ihren Fähigkeiten entspricht.
  • erhalten Betriebe oder Integrationsfirmen, die Betroffene einstellen oder ausbilden, Lohnkostenzuschüsse in Höhe von bis zu 70 Prozent des Arbeitnehmerbruttolohns.
  • erhalten Arbeitgeber und Betroffene eine intensive fachliche Begleitung durch den IFD

Logo des Landschaftsverbandes Rheinland

 

zum Modellprojekt Übergang 500 plus - mit dem LVR-Kombilohn

 

  •  Sonderprogramm aktion5

Bei "aktion5" handelt es sich um ein Arbeitsmarktprogramm der Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) zur Förderung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen in Nordrhein-Westfalen.

Das Arbeitsmarktprogramm wurde 2008 ins Leben gerufen und im Januar 2013 für weitere fünf Jahre verlängert. Die beiden Landschaftsverbände stellen für das Programm jeweils 20 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Programm sollen in erster Linie Abgänger aus der WfbM und Schulabgänger aus der Förderschule (auch integrative Schulen) beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert werden.

Arbeitgeber können Einstellungs- und Ausbildungsprämien sowie Lohnkostenzuschüsse erhalten.

aktion5

zum Sonderprogramm aktion5 

 

 

  • Förderprogramm Übergang plus 3

Bei dem Programm des LWL-Integrationsamtes Westfalen können Beschäftigte aus dem Arbeitsbereich einer WfbM gefördert werden, die in Kooperation mit dem Integrationsfachdienst in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis von mindestens 12 Monaten Dauer auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (einschließlich der Integrationsfirmen) wechseln.

Arbeitgeber, die Menschen aus dem Arbeitsbereich einer WfbM einstellen, können finanziell unterstützt werden.

Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

 zum Förderprogramm Übergang plus 3