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Belastungserprobung / Medizinisch-berufliches Assessment

Drei stilisierte Männchen klettern an Leitern hoch.
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(kn) Die Belastungserprobung (BE) ist rechtlich gesehen eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation. Sie setzt ein, wenn die medizinische Behandlung eines Rehabilitanden noch im Vordergrund steht, aber bereits abgeklärt werden soll, wie es beruflich weitergehen könnte. Von daher ist die Belastungserprobung eine Vorstufe zur beruflichen Rehabilitation und überschneidet sich manchmal mit den Maßnahmen Eignungsabklärung und Arbeitserprobung.

Bestandteil der Belastungserprobung kann ein medizinisch-berufliches Assessment sein. Darunter versteht man spezielle Diagnoseverfahren zur Einschätzung von körperlichen, geistigen und berufsbezogenen Funktionen.

Zielgruppe von Belastungserprobungen sind Rehabilitanden mit gesundheitlich eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Manchmal wird eine Belastungserprobung auch durchgeführt bei Menschen die länger andauernd arbeitsunfähig sind oder langzeitarbeitslos.

Ziel der Belastungserprobung

Fröhlicher Schulunterricht, gezeichnet

Die Belastungserprobung soll feststellen wie gesundheitlich belastbar der Teilnehmer ist mit Blick auf eine spätere Arbeitstätigkeit oder eine Bildungsmaßnahme. Ziel ist es, die Möglichkeiten eines beruflichen Einsatzes einzuschätzen um geeignete Vorschläge für die berufliche Wiedereingliederung zu machen.

Oft soll mit der Belastungserprobung auch herausgefunden werden, welche intellektuellen Fähigkeiten ein Mensch hat, wie belastbar er psychisch ist, welche Einsatzmöglichkeiten und Einschränkungen es am Arbeitsplatz geben könnte.

Wie kommt man in eine Belastungserprobung?

Den Vorschlag zur Durchführung einer Belastungserprobung machen in der Regel die Personen, die den Rehabilitations- und Eingliederungsprozess medizinisch begleiten. Dies kann der behandelnde Arzt sein oder der Reha-Manager der Unfall- und Rentenversicherung.

Steht der Rehabilitand im Arbeitsverhältnis und soll eine Belastungserprobung am Arbeitsplatz stattfinden, muss der begleitende Reha-Manager den Arbeitgeber möglichst frühzeitig informieren und beteiligen. Auf Wunsch des Betroffenen / des Rehabilitanden kann auch der Betriebs- und Personalrat mit eingeschaltet werden.

Wo findet man Anbieter?

Anbieter von Belastungserprobungen findet man in der Infobox "Schnell finden" oben rechts.

Einige dieser Anbieter sind spezialisiert auf die Kombination von medizinischer und beruflicher Rehabilitation und damit Experten für den Bereich der Belastungserprobung und des medizinisch-beruflichen Assessments (s. Einrichtungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation).

Darunter sind auch ambulante und wohnortnahe Angebote. Das heißt, man kann in der Nähe des Wohnortes oder zuhause wohnen bleiben während der Maßnahme.

Einrichtungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation - Phase II-Einrichtungen

BAG-MBR-Phase II - 2

Die Einrichtungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation verknüpfen medizinische Leistungen nahtlos mit Leistungen, die die Rückkehr ins Arbeitsleben und ins soziale Leben ermöglichen sollen.

Damit schließen diese  Einrichtungen - auch „Einrichtungen der Phase II“ genannt - die Lücke zwischen der Akutbehandlung und Erstversorgung (als Phase I bezeichnet) und der beruflichen Rehabilitation (Phase III). Alle Maßnahmen erfolgen sozusagen "aus einer Hand"; meistens im Rahmen eines stationären Aufenthaltes. Dabei arbeiten die Phase II-Einrichtungen auch mit externen Reha-Anbietern zusammen.

Mehr zum Thema

Bundesarbeitsgemeinschaft der Phase II-Einrichtungen

Die Einrichtungen der medizinisch-beruflichen Rehabilitation sind in einer Bundesarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, der BAG MBR Phase II. Auf der Homepage findet man Informationen und Links zu den einzelnen Einrichtungen.

Was macht man in einer Belastungserprobung?

Man unterscheidet BE die innerhalb einer Rehabilitationsklinik stattfinden (z. B. in einer Phase II-Einrichtung) und solche, die von externen Anbietern durchgeführt werden wie z. B. Berufsförderungswerken. Dies geschieht oft in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der Klinik, falls der Teilnehmer dort noch medizinisch betreut wird. Manchmal werden Belastungserprobungen auch in Betrieben durchgeführt.

Eine BE kann bis zu sechs Wochen dauern. Die Länge hängt von der individuellen Situation des Rehabilitanden ab und davon, was während der Maßnahme alles getestet werden soll. Der praktische Arbeitsumfang des Teilnehmers schwankt zwischen mindestens drei Stunden bis hin zu maximal acht Stunden täglich.

Belastungserprobung innerhalb einer Klinik

Zwei rote Kugel balancieren auf einer Wippe.
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Bei der internen Belastungserprobung können verschiedene Tätigkeitsbereiche erprobt werden innerhalb der behandelnden Klinik: EDV-Arbeitsplätze, Werkstätten, Lager, Hauswirtschaft, kaufmännische und gewerbliche Arbeitsplätze oder auch Tätigkeiten im Außenbereich der Klinik.

Zusätzlich werden bestimmte Diagnose- und Testverfahren eingesetzt zur Einschätzung von physischen und berufsbezogenen Fähigkeiten, z.B. medizinisch-berufliches Assessment

Externe Belastungserprobung

Bei Belastungserprobungen, die von einem externen Anbieter oder von einem Betrieb durchgeführt werden, wird untersucht, ob der Teilnehmer noch fit genug ist für sein bisheriges Arbeitsfeld. Alternativ kann er neue Bereiche kennenlernen, wenn die alte Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt.

Überprüft werden die Dauerbelastbarkeit, das Verhalten bei Mehrfachanforderungen, Arbeitsverhalten und -leistung, Sozialverhalten sowie die psychische und körperliche Belastbarkeit. Bei psychosomatischen und  Abhängigkeitserkrankungen geht es auch um die Förderung sozialer Kompetenzen sowie die Steigerung der Motivation zum Erhalt des Arbeitsplatzes bzw. zu einer Bewerbung.

Im Rahmen der BE erhält der Teilnehmer, wenn nötig, konkrete Hilfestellungen zum Umgang mit seiner Erkrankung am Arbeitsplatz.