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Fachpraktiker und Werkerausbildungen

Gruppenfoto von vier Azubis im Blaumann auf großen Rohren im Betrieb
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(ku) Im Vergleich zu den Regelausbildungen können in Fachpraktiker- oder Werkerausbildungen beispielsweise fachpraktische Inhalte stärker gewichtet sein während die Fachtheorie reduziert wird. Welche Anteile stärker oder schwächer gewichtet werden, hängt von der Art der Behinderung bzw. der Einschränkung des Auszubildenden ab. Die Ausbildungszeit kann ggf.  auf zwei Jahre reduziert werden.

Wenn der Leistungsstand und die Behinderung es während der Ausbildung erlauben, kann die Ausbildung auch nach der regulären Ausbildungsordnung fortgesetzt werden.

Überblick über Mustervereinbarungen

Wichtiger Hinweis

Die Voraussetzung für die Fachpraktikerausbildung oder Werkerausbildung im Ausbildungsbetrieb ist, dass der zuständige Ausbilder eine Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilder (ReZA) besitzt. Diese Zusatzqualifikation muss im Rahmen einer ca. 320 Stunden dauernden kostenpflichtigen Weiterbildung erworben werden.

Da ReZA keine Prüfungsordnung beinhaltet, liegt es prinzipiell in der Kompetenz der Kammern, ob und auf welcher Grundlage ReZA anerkannt wird. Ausbildungen können beispielsweise auch von externen, qualifizierten Fachkräften mit ReZA-Nachweis begleitet werden.  Auch Betriebe, die die Ausbildung in Kooperation mit beruflichen Ausbildungseinrichtungen durchführen, müssen keinen Nachweis erbringen. 

Sie können sich hier den Flyer "Praktische Hinweise und Informationen zur rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation /ReZA) für Ausbilderinnen , Ausbilder und Betriebe" herunterladen (pdf).

  • Link öffnet in neuem Fenster: Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für AusbilderReZA Seminare
    Aktuelle Seminarangebote finden Sie bei KursNet der Arbeitsagentur.

Änderung der Ausbildungsregelungen

Eine Ausbildung nach "besonderen Regelungen für behinderte Menschen" (siehe Rahmenregelungen des BIBB, rechte Spalte) muss bei der zuständigen Kammer (Handelskammer, Landwirtschaftskammer oder Industrie- und Handelskammer) durch den behinderten Jugendlichen oder den gesetzlichen Vertreter beantragt werden.

Der Ausbildungsplatz muss zu diesem Zeitpunkt sicher sein.

Zunächst wird geprüft, ob mit entsprechenden Maßnahmen eine Regelausbildung möglich ist. Erst wenn deutlich wird, dass Art und Schwere der Behinderung entsprechende Ausbildungsregelungen erfordern, kann eine Fachpraktikerausbildung bzw. Werkerausbildung starten. Die Eignungsuntersuchung wird von der Agentur für Arbeit durchgeführt. Bei der Untersuchung werden Gutachten der Fachdienste der Agentur für Arbeit und Stellungnahmen der Schule berücksichtigt.

Ansprechpartner in der Agentur für Arbeit ist dabei die Berufsberatung für behinderte Menschen bzw. das Reha-Team. Außerdem stehen Ihnen Integrationsfachdienste bei allen Fragen beratend und unterstützend zur Seite.